Ertrage dich selber
Endzeitprophetie
Geschrieben von Epi / J.Schryvers am 09. Mai 2007 19:20:00:
Als Antwort auf: Abschied und Hinübergang - An der Ewigkeit Toren geschrieben von Epi / J Schryvers am 08. Mai 2007 07:47:35:
8. Ertrage dich selber!
Man muß sich Gott unterwerfen in allem und bei allem, auch bei dem Stand und den Verhältnissen, bei den Freuden und Leiden,
die er uns zugedacht hat, ja sogar bei dem Charakter, dem Geist, dem Naturell, dem Temperament und den Neigungen, die er uns verliehen hat.
Übe dich in der Geduld auch gegen dich selbst und in der vollkommenen Unterwerfung unter Gottes weise Anordnungen.
Hast du dir das einmal erworben, wirst du einen tiefen Frieden verkosten, wirst du dich über nichts mehr aufregen
und wirst dich nicht mehr über dich selber ärgern, sondern wirst dich mit derselben Milde ertragen, die du andern gegenüber aufbringen mußt. Dieser Punkt ist wichtiger, als du glaubst.
Darum achte jederzeit darauf und erwecke öfters Akte der Unterwerfung unter die heiligen Anordnungen Gottes, Akte der Liebe, der Verträglichkeit, der Milde, mehr noch dir selber gegenüber als den anderen gegenüber. Das wirst du nur erreichen, wenn du dir viel Mühe gibst.
Eine Seele, der Gott ihr Elend offenbart, ist sich selbst eine größere Last, als es unser Nächster sein kann. Denn, so nahe er uns auch stehen mag, er ist doch nicht immer bei uns. Auf jeden Fall ist er nicht in uns. Dagegen tragen wir uns immer mit uns herum und können uns nicht einen einzigen Augenblick von uns trennen;
ohne Unterlaß müssen wir uns sehen, spüren und überallhin unsere Mängel und Fehler mitschleppen.
Aber siehe, hier zeigt sich besonders deutlich die unendliche Güte unseres Gottes. Denn der Schmerz und die Beschämung, die diese Fehler in uns hervorrufen, bilden auch das Heilmittel dagegen, vorausgesetzt allerdings, daß diese Beschämung nicht in Verdruß übergeht und daß dieser Schmerz von der Liebe zu Gott ausgeht
und nicht aus der Eigenliebe. - Der Schmerz, der aus der Eigenliebe stammt, ist voll Verwirrung und Bitterkeit und, weit entfernt, die Wunden unserer Seele zu heilen, dient er nur dazu, die Seele zu vergiften.
Dagegen der Schmerz, den die Liebe zu Gott erzeugt, ist Ruhe und Hingabe.
Wenn er die Sünde verabscheut, gefällt sich die Seele in der Verdemütigung, die auf die Sünde folgt.
Auch bewirkt er, daß die Verdemütigung ihr volles Verdienst wird und daß die Einbußen sogar noch Anlaß zu Gewinn werden.
Zermartere dich also nicht mehr wegen deiner Fehler und der Mangelhaftigkeit deines Tuns. Opfere Gott den Schmerz auf, den du deswegen empfindest, und überlaß es seiner erbarmungsvollen Vorsehung, diese kleinen Untreuen durch viele kleine Leiden und Kreuze aller Art wieder ausgleichen zu lassen.
Nur wappne dich mit Geduld; stehe wieder auf, so schnell du kannst.
Und seufze niemals über deine Niederlagen außer mit sanfter und ruhiger Demut.
So will es Gott.
Und durch diese unermüdliche Geduld erweist du ihm mehr Verherrlichung und machst du mehr Fortschritte, als es dir je durch die gewaltigsten Anstrengungen möglich wäre.
J. Schryvers C.Ss.R.
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