Der gefährliche Gouverneur


  Endzeitprophetie  

Geschrieben von ae am 24. Dezember 2006 07:56:15:

Als Antwort auf: Schwarzenegger im Umkleideraum geschrieben von Alois am 24. Dezember 2006 07:35:45:

Geschrieben von Anke Zöckel 15.12.2005 - 12:15
http://blogg.zeit.de/texterblog/eintrag.php?id=109

... was in aller Welt ist Ihrer Meinung nach sinnvoll daran, wenn Menschen Menschen umzubringen, weil sie Menschen umgebracht haben? Wo soll das Ihrer Meinung nach enden? Sagen Sie bitte: Wissen Sie, was Blutrache ist und warum sie in unseren Breiten mittlerweile nicht mehr praktiziert wird?

Selbst, wenn ich mit eigenen Augen gesehen hätte, wie Williams einen Mord begangen hat, würde ich mir noch nicht das Recht anmaßen, seinem Leben ein Ende zu setzen. Verstehen (nicht dulden) könnte ich allenfalls einen entsprechenden Versuch enger Freunde oder Angehöriger des Opfers und selbst den nur im Affekt. Der Henker war von der (nie zweifelsfrei bewiesenen) Tat eines Williams persönlich ebenso wenig betroffen, wie Gouverneur Schwarzenegger. Die Sache liegt mehr als zwanzig Jahre zurück, keine drei Tage.

Arnold Schwarzenegger war ein schlechter Schauspieler in schlechten Filmen und er ist kein kein guter Gouverneur geworden. Doch, ja, er selbst hat sich vermutlich ein wenig verändert. Und zwar noch weiter in Richtung auf jenen typisch bigotten Zyniker, der seine Wähler unter anderen bigotten Zynikers sucht - und leider (gerade in den USA) auch nur all zu oft findet. Versucht man etwa, ihn deswegen auf den elektrischen Stuhl zu schnallen oder mit einer Giftspritze zu traktieren?

Das hier ist kein Film mehr. Es ist die Realität. Würde jeder Mensch, der die "herzlose Verachtung menschlichen Lebens" so öffentlich zur Schau gestellt hat, wie Mr. Schwarzenegger die seine auf der Kinoleinwand, an eben jene (Kinolein-)Wand gestellt, wären wir womöglich einen großen Teil der Probleme dieser Welt auf einen Schlag los. Allerdings müssten wir uns dann tatsächlich einen Haufen brutaler Feiglinge schimpfen lassen von denen, die nach uns kommen.

Dass die "Wirksamkeit der Botschaft", die ein Mensch der Gewalt entgegensetzt, fraglich sein kann, wissen wir alle. Es ist kein guter Grund, jemanden umzubringen. Einen fertigen Gangster bekehrt man (außer vielleicht im Film) nicht mit Bilderbüchern. Williams hätte allerdings auch keinen Nobelpreis bekommen für sein Werk, sondern allenfalls begeisterte Briefe von (sehr) kleinen Jungen oder deren Beschützern. Er wäre weder frei, noch auf die amerikanische Gesellschaft los gelassen worden. Er wollte nur am Leben bleiben. Wie (fast) jeder von uns.

Die Hinrichtung von Stanley Williams zeigt, dass Arnold Schwarzenegger Gewalt immer noch als legitimes Mittel betrachtet, um gesellschaftliche Probleme zu anzugehen. Der Unterschied zwischen beiden besteht lediglich darin, dass Schwarzenegger die Macht hat. Ja, man würde „mehr expliziten und direkten Bezug zu dem Nebenprodukt seines früheren Lebensstils in seinen [Filmen] erwarten“ von Mr. Terminator. Und eine „Entschuldigung für die Tragödien“, die dadurch vermutlich ausgelöst worden sind. Doch solch eine Entschuldigung und ein derartiger Bezug erscheinen nicht einmal in den "Anspielungen und Schlussfolgerungen“ des Mr. Gouverneur Tötet-Das-Böse-Schwarzenegger. Schade, dass ich ein so ernsthafter Gegner der Todesstrafe bin.







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