DAS PROPHETISCHE VIERTE BUCH ESRA
• Endzeitprophetie
Geschrieben von ESRA 9.Kapitel am 15. August 2004 22:56:26:
Als Antwort auf: DAS PROPHETISCHE VIERTE BUCH ESRA geschrieben von ESRA 8.Kapitel am 01. August 2004 07:51:08:
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DAS PROPHETISCHE VIERTE BUCH ESRA
KAPITEL 9I. Weitere Belehrung des Engels an Esra über das am Ende eintretende göttliche Gericht. 1-13.
II. Wenn auch die Menge zu Grunde geht, so werden doch die Auserwählten gerettet. 14-25.
Das vierte Gesicht Esras. Kapitel 9,26-10,69.
III. Nach einem Gebet Esras erscheint ihm ein trauerndes Weib. 26-41.
I.
1. Da antwortete er und sprach: „Ermesse fleißig die Zeit in ihr selbst, und wenn du sehen wirst, daß ein Teil der Zeichen, von denen ich dir zuvor gesagt habe, geschehen ist,
2. dann wirst du merken, daß die Zeit vorhanden, in welcher der Allerhöchste anfangen wird, die Welt, die von ihm erschaffen ist, heimzusuchen.
3. Und wenn man in der Welt Erdbeben und Empörung der Völker sehen wird, Matth. 24, 7.
4. alsdann wirst du verstehen, daß der Allerhöchste von diesen Dingen geredet hat von den Tagen an, die vor dir gewesen sind von Anfang an.
5. Denn so wie alles, was in der Welt erschaffen ist, einen Anfang hat, und gleicherweise auch ein Ende, und das Ende offenbar ist,
6. also haben auch die Zeiten des Höchsten offenbare Anfänge in Wundern und Kräften, und ihr Ende in Taten und Zeichen.
7. Und es wird geschehen, ein jeder, der gerettet wird, und der durch seine Werke entrinnen mag, und in dem Glauben, in dem er geglaubt hat,
8. der wird übrig gelassen werden aus den vorher genannten Gefahren, und wird Mein Heil sehen in Meinem Lande und in Meinen Grenzen, denn Ich habe Mich vor der Welt geheiligt.
9. Und dann werden jammern, die jetzt Meine Wege mißbraucht haben und in Qualen liegen werden die, welche sie verworfen und verachtet haben.
10. Dann die, so im Leben Guttaten empfangen, und Mich nicht erkannt haben,
11. und die so gegen Mein Gesetz einen Widerwillen gehabt, da sie noch die Freiheit hatten, und die, so noch Zeit hatten zur Buße, solches aber nicht erkannt, sondern verachteten,
12. die müssen es nach dem Tod im Gericht erkennen. Ebr. 9,27.
13. Und darum sei du nicht weiter neugierig, wie die Gottlosen gepeinigt werden, sondern forsche, wie die Gerechten selig werden, und wie die Welt sei, und um welchen Willens die Welt sei und wann sie sei."
II.
14. Und ich antwortete und sprach: „Ich habe zuvor geredet und rede jetzt und werde hernach reden,
15. Denn derjenigen sind mehr, die verdammt, als derer, die selig werden, wie der Fluß mehr als der Tropfen."
16. Und Er antwortete und sprach:
17. „Wie das Feld ist, also ist auch der Same; wie die Blumen sind, also sind auch die Farben, wie der Werkmeister ist, also ist auch das Werk; und wie der Ackermann ist, also ist auch der Ackerbau, denn es war die Zeit der Welt.
18. Und da Ich denen die Orte zubereitete, die jetzt sind, ehe die Welt war, in denen sie wohnen sollten, da widersprach Mir niemand.
19. Denn damals lebte ein jeder nach dem Willen des Schöpfers, aber jetzt in dieser bereiteten Welt bei der unaufhörlichen Ernte und dem unergründlichen Gesetz sind ihre Sitten verderbt.
20. Und Ich habe die Welt betrachtet, und siehe, es war Gefahr um der Gedanken willen, die darinnen aufgekommen sind.
21. Und Ich habe es gesehen, und ihrer sehr geschont, und habe Mir eine Beere von der Traube behalten, und eine Pflanzung von vielen Stämmen. Jes. 65, 8-9.
22. So möge nun verderben die Menge, die umsonst geboren ist, aber meine Weinbeere und meine Pflanzung werden erhalten, denn Ich habe sie mit großer Arbeit zubereitet.
23. Du aber, so du noch andere sieben Tag verziehest, so sollst du doch in denselben nicht fasten,
24. sondern gehe auf ein Blumenfeld, da kein Haus gebaut ist, und iß allein von den Blumen des Feldes, versuche kein Fleisch, trink keinen Wein, sondern iß allein Blumen.
25. Bitte den Allerhöchsten ohne Unterlaß, so will ich kommen und mit dir reden."
III.
26. Da ging ich hin, und kam auf das Feld, das Ardath heißt, wie er mir befohlen, und saß in den Blumen, und aß von den Kräutern des Feldes, und diese Speise diente mir zur Sättigung.
27. Und es geschah nach sieben Tagen, daß ich auf dem Grase lag, und mein Herz ward wiederum unruhig wie zuvor,
28. Und mein Mund ward aufgetan, und ich fing an, vor dem Allerhöchsten zu reden und sprach:
29. „O Herr, Du hast Dich uns geoffenbart, unsern Vätern in der Wüste, welche nicht betreten wird und unfruchtbar ist, als sie aus Ägypten zogen, und hast gesprochen:
30. Du, Israel, höre Mich, und Du Same Jakobs, merke auf Meine Reden:
31. Denn siehe, Ich säe mein Gesetz in euch, und es wird in euch Frucht bringen, und ihr werdet dadurch herrlich werden in Ewigkeit.
32. Denn unsere Väter, die das Gesetz empfingen, haben es nicht gehalten, und haben Deine Satzungen nicht bewahrt, und es ist die Frucht des Gesetzes nicht erschienen, denn sie vermochte es nicht, weil sie Dein war.
33. Denn die es empfangen hatten, die verdarben, da sie das, so in sie gesät war, nicht hielten.
34. Und siehe, es pflegt zu geschehen, wenn das Erdreich den Samen empfangen hat, oder das Meer ein Schiff, oder ein Geschirr Speise oder Trank, wenn dasjenige zerstört worden ist, in welchem gesät, oder in welches gelegt worden ist, daß zugleich auch das, was gesät oder hineingelegt worden ist, oder was empfangen worden ist, zerstört wird und das Empfangene hinfort nicht bei uns bleibt. Uns aber ist nicht also geschehen.
35. Wir zwar, die das Gesetz empfangen haben, sind um unserer Sünden willen zu Grunde gegangen, wie auch unser Herz, welches dasselbe aufgenommen hat.
36. Denn das Gesetz ist nicht zu Grunde gegangen, sondern es ist in seiner Kraft verblieben."
37. Und da ich solches in meinem Herzen redete, da sah ich umher mit meinen Augen, und erblickte auf der rechten Seite ein Weib, und siehe, sie trauerte und weinte mit lauter Stimme, und war sehr bekümmert in ihrem Gemüte; ihre Kleider waren zerrissen, und auf ihrem Haupte hatte sie Asche.
38. Da ließ ich meine Gedanken, von denen ich ergriffen war fahren, und kehrte mich zu ihr und sprach zu ihr:
39. „Warum weinest du, und warum bist du traurig in deinem Herzen?“ Da sprach sie zu mir:
40. „Laß mich, mein Herr, daß ich über mich weine und fortfahre in meinem Schmerz, denn ich bin sehr bekümmerten Gemütes, und ich bin sehr gedemütigt."
41. Ich sprach zu ihr: „Was fehlt dir? Sage es mir doch." Und sie sprach zu
mir:
42. „Ich, deine Magd, bin unfruchtbar gewesen und habe dreißig Jahre lang einen Mann gehabt und nie geboren.
43. Und ich flehte alle Stunden und alle Tage diese dreißig Jahre lang zu dem Allerhöchsten, Nacht und Tag.
44. Und es geschah nach dreißig Jahren, daß Gott mich, deine Magd, erhörte, und er hat meine Niedrigkeit angesehen, und auf meine Trübsal geachtet, und hat mir einen Sohn gegeben; darüber habe ich große Freude empfunden, und auch mein Mann und alle meine Mitbürger, und wir verehrten hoch den starken Gott.
45. Meinen Sohn habe ich mit saurer Arbeit erzogen.
46. Und es geschah, da er erwachsen war, und die Zeit gekommen war, daß er ein Weib nehmen sollte, habe ich ein Hochzeitsmahl zugerichtet.
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