Wissen, was Ziel ist - und auf es zugehen


  Endzeitprophetie  

Geschrieben von Sundar Singh am 13. Oktober 2006 17:57:

Als Antwort auf: Im Wasser schwimmen, nicht ersaufen - und die Flügel spannen geschrieben von Sundar Singh am 12. Oktober 2006 13:40:







VOM GEBET - Fortsetzung


2. Wenn ich grosses Gewicht aufs Gebet lege, meine ich nicht, dass Gott ohne Gebet nichts gebe, auch nicht, dass der Mensch Gott erst mit seinen Wünschen bekannt machen müsse. Der grosse Segen des Gebets liegt in der Tatsache, dass ein Herz, das gewöhnt ist zu beten, wohlvorbereitet ist, den Segen des HErrn alles Segens zu empfangen. Darum wurde der Heilige Geist erst nach zehn Tagen gläubigen, betenden Wartens ausgegossen. Wenn ein Segen über jemanden herabkommt, ehe er genügend dafür vorbereitet ist, wird er denselben nicht richtig einschätzen und nicht lange im Besitz desselben bleiben. Saul empfing sein Königreich und den Heiligen Geist, ohne darum gebetet zu haben, und verlor beides nach kurzer Zeit. Er ging weg von zu Haus, nicht um Gottes Geist und ein Königreich zu bekommen, sondern um seine Eselinnen zu suchen (1. Sam. 9,3; 10,11; 13-14; 31,4).

Nur ein Mann des Gebets kann im Geist und in der Wahrheit beten. Viele sind wie die Pflanze, die sich bei jeder Berührung in sich zusammenzieht. Wenn sie beten, sind sie bewegt und von Gottes Geist angefasst und beugen ihren Sinn für kurze Zeit, aber wenn sie das Bethaus verlassen, sind sie gerade so, wie sie vorher gewesen waren.

Wenn man eine edle Blume oder einen Fruchtbaum nicht ordentlich pflegt, verwildert die Pflanze, verliert ihre hohen Vorzüge und ist verdorben. Sollte es anders gehen, wenn ein gläubiger Mensch sein Gebetsleben und sein geistliches Leben im Umgang mit dem HErrn vernachlässigt? Er wird aus seinem Gnadenstand herausfallen, wieder seine sündenbefleckten Wege wandeln und verloren werden.

Da steht ein Reiher am Ufer eines Sees oder Teiches. Nach seiner Stellung zu schliessen, könntest du denken, er sinne nach über die Macht und Herrlichkeit Gottes und die schönen reinigenden und durststillenden Eigenschaften des Wassers. Aber er hat wirklich nicht einen einzigen Gedanken der Art, sondern er steht auf der Lauer, ob er einen Fisch oder Frosch erspähe, den er dann mit Gier verschluckt. Genau so ist die Art vieler Leute bei Gebet und Andacht. Sie sitzen am Ufer von Gottes Meeren, aber sie haben keinen Gedanken an Gottes Macht und Liebe oder Seinen Geist, der von Sünde reinigt und heiligt, oder an Seine Natur, die uns tief innerlich befriedigt. Sondern sie sind nur darauf aus, wie sie etwas ergattern können, was ihrem Sinnengenuss schmeichelt, und was ihnen dazu verhelfen könnte, die zeitlichen Vergnügungen dieser Welt zu geniessen. Sie wenden ihr Angesicht vom Brunnen wahrer Ruhe hinweg und verschenken ihre Herzen an die vergänglichen Dinge der Welt, mit der sie selbst vergehen.

Wasser und Erdöl quellen beide aus der Erde, sie sehen einander auch ähnlich, aber die Wesenseigenschaften und Wirkungen beider sind grundverschieden. Das eine entfacht das Feuer, das andere löscht es aus. Die Welt mit ihren Gütern und der Durst nach Gott sind beide Schöpfungen desselben Gottes. Wenn nun ein Herz seine Befriedigung in den weltlichen Dingen sucht, etwa im Reichtum, in Pomp und Herrlichkeit, ist es gerade so, als wenn jemand ein Feuer mit Erdöl löschen wollte. Ein Herz kommt nur zur Ruhe, wenn es ruht in Dem, der es geschaffen und das Verlangen und den Durst nach Gott hineingelegt hat (Ps. 42,1-2). Darum spricht der HErr: Wer zu mir kommt, dem will ich das Wasser des Lebens geben, auf dass er nimmermehr dürste; und von seinem Leibe sollen Ströme lebendigen Wassers fliessen (Joh. 4,14).

Die Menschen quälen sich umsonst, aus den Dingen dieser Welt ihren Frieden zu holen, da es doch erwiesen ist, dass die Welt wirklichen Frieden oder Ruhe nicht geben kann. Es geht diesen Menschen so wie dem Knaben, der eine Zwiebel schälen wollte und Haut um Haut entfernte in der Erwartung, in der Mitte etwas zu finden; wie man den Deckel einer Schachtel abhebt und nun sehen kann, was drin ist. Aber solche Erwartung ist umsonst; denn die Zwiebel hat nur Häute und besteht eben nur aus Häuten; und die Welt besteht auch nur aus eitlen Eitelkeiten, bis ein Mensch den Brunnen der Wahrheit und des Friedens findet (Prdi. 12,8; Jes. 55,1).

Die Welt ist wie eine Luftspiegelung. Zunächst denkt der Wahrheitssucher, dass er dort für seine dürstende Seele Wasser des Lebens finden werde. Darum müht er sich ab, dahin zu kommen. Er findet aber nichts als Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit. Lebendiges Wasser findet man nicht in Kunstteichen oder zerbrochenen Zisternen. Aber die, welche in der Gegenwart Gottes leben in ernstem Gebet, finden in Jesus die Brunnen lebendigen Wassers, aus welchen sie volles Genüge und ewiges Leben schöpfen (Jer. 2,13; Off. 22,17).

Eine Mutter wanderte mit ihrem Kind im Arm über das Gebirge. Das Kind sah einige schöne Blumen am Wegesrand, sprang in die Höhe, entglitt der Hand der Mutter, fiel hart auf einen Felsblock und war auf der Stelle tot. Nun ist's unwidersprochen klar, dass des Kindes Glück, Liebe und Versorgung nicht bei den Blumen am Wegesrand, sondern in seiner Mutter Arm und Herz lag, und dass es sein Leben einbüsste, weil die Blumen es anzogen. Genau so geht's dem Menschen, der wohl glaubt, aber dessen Leben nicht ein Leben des Gebets ist. Es ist wirklich seine eigene Schuld, wenn er Gottes Fürsorge und Liebe, die einer Mutter Fürsorge und Liebe weit übertreffen, nicht erfährt, wenn er die geistliche Nahrung, die Gott ihm zur Stärkung und fürs ewige Leben gibt, nicht empfängt, sondern auf die sichtbaren, zeitlichen und die Sinne kitzelnden Dinge der Welt schaut, aus Jesu Arm und Schoss nach diesen springt und das Leben verliert.

Es ist so eingerichtet, dass die Muttermilch nicht von selbst in den Mund des Säuglings fliesst, dass das Kind sie vielmehr saugen muss. Das ist's, was ein Mensch im Gebet für seine geistliche Nahrung tut. Ehe das geschieht, gehen die Menschen ohne geistliche Nahrung dahin. Es ist gar nicht nötig, dass ein Kind erst alles, was die Mutermilch angeht, verstehen muss, oder dass es erst belehrt werden muss, wie man die Milch aus der Mutterbrust bekommt. Es weiss das ganz von selbst ohne alle Belehrung. Die, welche aus dem Geist geboren sind, wissen ohne verstandesmässige Belehrung aus geistlicher Befähigung heraus, wie sie beten sollen und wie sie von Gott, der sich mit Muttertreue unserer erbarmt, die Milch ewigen Lebens empfangen können.

Gott hat im Menschen geistlichen und natürlichen Hunger und Durst geschaffen, damit der Mensch sich nicht selbst für Gott halte, sondern täglich erfahre, dass er ein hilfsbedürftiges Geschöpf sei, und dass sein Leben vom Leben und Wesen eines andern abhängt, der ihn geschaffen hat. Wenn er sich so seines Mangels und seiner Bedürftigkeit bewusst bleibt, kann er im Glauben und im Gebet und geistlichem Leben in Gott bleiben und Gott in ihm, und dadurch ewig glücklich und selig in Gott sein.













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