Neues Bibelverständnis
Endzeitprophetie
Geschrieben von Epi / fremd am 23. Juli 2006 04:39:54:
Aus dem Proph-Forum habe ich einen Text entnommen, der an mich (Epi) gerichtet war:
Geschrieben von JC am 23. Juli 2006 02:37:48:(Als Antwort auf: Re: Wenn die Argumente ausgehen kommen Drohungen geschrieben von Epidophekles am 21. Juli 2006 06:57:22)
>>Es gibt leider Leute, die diesen unglückseligen Jahwe-Kult mit wahrem Christentum verwechseln. Babylon, sag ich nur, Babylon lässt grüßen.
>>JC
>Hallo JC - ist das auch Kritik an meiner Kritik an Babylon und dem Pharisäertum?
>Kennst du die Unterschiede zwischen Heuchelei, Lüge und Kritik?
>Dir einen hellen Tag! - wünscht Epi
Hallo Epidophekles,die eingangs geäußerte Kritik war viel allgemeiner zu verstehen. Ich habe mir in der Zwischenzeit einige Deiner Beiträge in Deinem eigenen Forum angesehen und möchte dazu ebenfalls Kritik äußern:
Du stellst Dir einen persönlichen Gott vor. Dies ist ein klarer Verstoß gegen das Erste Gebot, sich nämlich keinerlei Bildnis zu machen - auch nicht vom eigenen Gott - und das schließt Bilder in der eigenen Vorstellungswelt mit ein! Alle religiösen Kriege beruhen letztendlich auf diesem Verstoß. Du scheinst darüber hinaus Jesus Christus ebenfalls für Gott zu halten. Dies beruht auch auf diesem Verstoß gegen das Erste Gebot. Und Du scheinst des Weiteren zu glauben, Gott habe einen Gegenspieler. Hier missachtest Du das Apostolische Glaubensbekenntnis hinsichtlich Gott dem allmächtigen Schöpfer. Wenn Gott alles ist, wer kann dann gegen Gott sein bzw. wer kann außerhalb von Gott stehen? (Wie könnte sich schließlich das Allumfassende in der ICH-Form offenbaren, wie uns Berta Dudde weismachen will, wo doch der ICH-Gedanke das ICH bewusst vom NICHT-ICH abgrenzt?) Ich kann Deine Ansichten daher wirklich nicht als christlich anerkennen.
Jetzt nochmals zur eingangs geäußerten Kritik. Menschen judäischer Herkunft wurden gefangengenommen und verschleppt. Es ist anzunehmen, dass sie in Lager gesteckt wurden. Es ist ferner anzunehmen, dass viele von ihnen getötet wurden. Es wäre hier und jetzt ein Verbrechen zu behaupten, dass dem nicht so wäre. Glücklicherweise wurden einige von diesen Menschen jedoch befreit, und zwar von einer anderen Nation, die die Nation ihrer Deporteure militärisch besiegt hat. Der Ort der Deportation war Babylon, und die alles geschah vor ca. 2500 (?) Jahren.
Während der Babylonischen Gefangenschaft wurden die Heiligen Bücher geschrieben. Bezeichnend ist es z.B., dass der Gilgamesch-Epos abgeschrieben und dem ersten Buch Mose als Genesis zugeordnet wurde. Meinem persönlichen Gefühl nach wurde das Volk Israel damals zum Glaubens- und Leidensvolk für babylonische Gottheiten konditioniert. Nenne mir bitte Heilige Bücher, in denen so oft der Gedanke vorkommt, "wir haben Gottes Strafe verdient"? Des Weiteren findet man eine Szene (sinngemäß zitiert), in der Mose vor einem brennenden Strauch steht. "Wen darf ich dem Volke melden?" "Ich werde der sein, der ich sein werde! Nenne mich einfach Jahwe." (Und diese Stimme fordert dann auch noch Opfer der Menschen. Kaum vorzustellen, dass Millionen über Millionen Menschen ihre Leben auf diese Zeilen ausrichten und dieser Gottheit so Kraft und Existenz geben.)
Meines Erachtens wollte Jesus Christus die Religion seiner Tage reformieren, indem er versuchte, sie auf die Grundlagen der natürlichen Ethik zurückzuführen, indem er seinen Brüdern und Schwestern lehrte, wie sich der Mensch selbst und seinen Mitmenschen befreien kann. Leider ist er gescheitert und wird noch heute von der Kirche verhöhnt, indem die Kirche behauptet, der Mensch könne dies überhaupt nicht tun und Jesus Christus, der Deifizierte, also der persönliche Erretter, werde kommen, um uns alle hier herauszuholen. Guggsdu!
Ist es nicht seltsam, dass Kardinal Joseph R. (an dessen früherem Prunkbau vorbeizugehen mir täglich Kopfschmerzen und Beklemmungsgefühle bereitet hat) jetzt auch den Titel Herrscher von Babylon und Pergamon (o.ä.) trägt? Die Sache mit Babylon war mir schon lange klar. Schließlich weiß der geplagte Lateinschüler, dass die Stadt auf den sieben Hügeln nur Rom sein kann (und nicht, wie Stefan Berndt auf seiner Homepage sinniert, New York). Seit der Reformation gilt der Vatikan in protestantischen Kreisen schließlich als die Hure Babylon.
Die Sache mit Pergamon ist mir allerdings erst kürzlich klargeworden, als ich las, dass die Babylonische Elite vor der Eroberung durch die Perser nach Pergamon geflohen ist und dass der in der Neuzeit auf deutschem Boden wieder aufgebaute Pergamon-Altar ein karmisch hochbelastetes Konzept darstellt. Hat sich denn die eingangs erzählte Geschichte hierzulande nicht wiederholt? Warum wohl hat der damalige Herrscher von Babylon und Pergamon geschwiegen? Warum haben die Schuldigen behauptet, der Kirche einen großen Dienst erwiesen zu haben?
Gedankensprung: Wenn Du das Konzept Gottes erahnen willst, ließ den Johannes-Prolog. Dieser entstammt vermutlich der vorchristlichen Gnosis und ist meines Erachtens das Beste, was es zu diesem Thema gibt. Ich gebe ihn hier einmal in einer moderneren Sprache wieder:
"Von Nichts kommt nichts
Sofern es einen Anfang gibt, muss am Anfang etwas existiert haben. Dieses sei LOGOS ("Heiliger Geist") oder GOTT genannt, wobei kein Zweifel daran bestehen darf, dass beides Synonyme sind. Aus diesem wäre dann alles, wirklich alles, entstanden.
Man hat sich dieses als ein belebtes Wesensprinzip vorzustellen, das wir Menschen auch Licht nennen. Sein Gegenteil, die Finsternis, hat es nicht erfasst, d.h. das Nichts ist mit dem Sein unvereinbar.
Johannes - niemand ist wie Gott - sollte von diesem Licht, dem wahren Licht der Erleuchtung, zeugen. Obwohl die Welt der Materie gemäß Prämisse aus diesem Wesensprinzip entstanden ist, wurde dieses nicht erkannt bzw. angenommen. Dennoch besitzen die Menschen das Recht, sich durch dieses zu geistigen Wesen nämlich zu Kindern Gottes weiterzuentwickeln.
Das Wesensprinzip ist bzw. die geistigen Wesen sind in der Materie erkennbar. Der Geist ist zeitlos. Obwohl niemand das Wesensprinzip Gott wirklich begreifen kann, sollten Existenz und Weiterentwicklung als göttliche Gnade verstanden werden. Der SOHN ist ein Kind Gottes."
(Dies ist keine Neu-Übersetzung sondern ein ernster Versuch einer Übertragung in eine zeitgemäße Sprache.)
Auf der Basis dieser Überlegungen, der Bergpredigt, den Geboten, der natürlichen Ethik (erkennbar im Gebot der Nächstenliebe), so hoffe ich, wird das längst untergegangene Christentum wieder erstehen.
Liebe Grüße und einen wirklich hellen Tag
JCP.S.: Gib die Verhinderungstheologie bitte auf.
Rege Beteiligung an diesem Gespräch ist erwünscht!
Grüsse - Epi
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