Re: Ein Vorläufer - Zwei Zeugen?
Endzeitprophetie
Geschrieben von Enrico am 29. Juni 2006 12:04:47:
Als Antwort auf: Re: Ein Vorläufer - Zwei Zeugen? geschrieben von Guerrero am 24. Januar 2006 16:33:29:
> Offenbarung Gottes, durch die wir über die Marter von Henoch und Elias am Ende der Zeit, also in unseren Tagen belehrt werden:
>Buch VI - 15. Über die Marter von Henoch und Elias und von den letzten Predigern und von der Bosheit des Antichristen
O gewaltige Gottesliebe, du hast mir so süße Not zugefügt, daß sich meine Seele nach deinem Wunder verzehrt. Wenn immer ich daran denke, daß mein Leib mit dem Tode erlöschen soll, daß ich dann für Jesus nicht mehr leiden und ihn nicht mehr preisen kann, dann ist mir so weh, daß ich ersehne, wenn es möglich wäre, bis zum Jüngsten Tage zu leben. Dazu bestimmt mich die getreue Liebe, die ganz Gott gehört und nicht von mir stammt.
Darum sprach unser Herr:
»Sollst du sterben, dann bereue alle deine Zeit, wie heilig du auch gewesen seiest.«
»Eia, Herr, ich bitte dich, laß mein Verlangen nicht ersterben, wenn ich mit meinem Leibe nichts mehr zu erwerben vermag.«
Da sprach unser Herr:
»Dein Verlangen wird leben, denn es kann nicht sterben, weil es ewig ist. Sehnt es sich meinetwegen bis zur letzten Zeit, vereinen sich wiederum Seele und Leib. Dann setze ich (die Seele) wieder ein, und sie preist mich ohne Ende. Und sie diente mir seit dem ersten Anfang, denn du wolltest mit Adam bis jetzt mir zu Liebe gelebt haben. So hast du gewünscht, alles menschliche Leid und allen menschlichen Dienst für mich zu vollbringen. Ich sage noch mehr: Dein Wesen wird dauern bis zum letzten Menschen.«
»Eia, Viellieber mein, wie soll der letzte Mensch beschaffen sein, mit dem mein Leben vergleichbar wäre, denn geistlicher Leute Leben wird am Ende der Welt sehr kostbar.«
Also antwortete unser Herr:
»Henoch wird der letzte Mensch sein, der geistliches Leben pflegen wird.«
Darnach zeigte mir Gott das Ende der Welt abermals, wenn die letzten Brüder gemartert werden sollen. Ihr Haar, das sie nie abschneiden, entspricht einer besonderen Absicht des göttlichen Willens. Der Antichrist befiehlt, sie mit diesen an den Bäumen aufzuhängen. Da hängen sie und sterben in sehr edler Weise, da ihr Herz innerlich so entbrannt ist im seligen Himmelsfeuer, wie sich ihr Leib in der Marter quält. Darum scheidet ihre Seele vom Leibe unter dem Trost des Heiligen Geistes und der Qual des armen Fleisches, ohne jeden Schrecken und Schauder vor den Schmerzen.
Elias und Henoch wandern von Indien bis ans Meer, und jedem von ihnen folgt eine große Schar, die alle Christen sind und vor dem Antichrist zu ihnen fliehen. Sie werden alle ebenso totgeschlagen, wie man tobende Hunde auf der Straße verfolgt, die vergiftet sind und die daher nicht länger leben können. Es folgen ihnen aber andere, die im Verborgenen Christen sind, denn sie erkennen durch Gott sehr gut, daß sie dem Unglauben nicht anders entfliehen können.
Elias wird zuerst gemartert.
Er wird an ein hohes Kreuz gebunden und an den Händen festgenagelt.
Das tun sie aus wildem Haß,
weil er stets von dem heiligen Kreuze sprach,
und was Christus da erlitt an Schmach.
Sie geben ihm keinen Tod,
damit er sich quäle in langer Not
und dem Christentum widersage
und nach des Antichrists Lehre frage.
Da hängt nun der heilige Gottestraut,
der Schmerz entlockt ihm keinen Laut!
Er tröstet die heilige Kirche drei Tage und drei Nächte,
bis er seine Seele aushaucht.
Ich sah Gott Vater bei seinem Ende,
der nahm Elias' Seele in seine menschlichen Hände
und sprach: »Komm mein Freund, die Zeit ist an dir.«
Und Gott führt' ihn im Himmelsglanze weg von hier.
Der unselige Mensch, der Antichrist, erlaubt es nicht, den Freund Gottes zu begraben, denn er will, daß alle Christen (dem Glauben) abschwören. Doch hierin wird er betrogen, denn alle, die den Leib betrachten, werden zum christlichen Glauben hingeführt und werden gedrängt, ihn anzubeten. Denn die Gegenwart des heiligen Leibes erfüllt sie mit soviel Seligkeit, daß sie des Todes Grausamkeit vergessen und alle irdischen Güter.
Henoch lebt dann noch immer hier, denn der Antichrist möchte gern alle Weisheit mithören, die Henoch von Gott kennt, damit er sie öffentlich verdrehen könnte mit seinen falschen Lehren. Und wenn er es vermöchte, Henoch zu sich hinüberzuziehen, gehörte die ganze Welt in aller Anerkennung ihm.
Unterdessen zieht der Antichrist so viele Böse auf seine Seite, daß er Henoch mit wütenden Worten anfährt. Hierauf erst sagt Henoch folgendermaßen dem Antichrist die volle Wahrheit:
»Du bist eine Geißel für die Menschheit,
von Gott gesandt wegen der Bösen Bosheit
und der Guten Heiligkeit.
Du kennst sehr wohl das Alte Testament
so gut wie das Neue Testament;
nun sieh, wie es dir nach deinen Werken bekommt.
Du hast dir dein Schicksal mit Fleiß erkoren,
der Schrift gemäß aber bist du verloren.
Das kannst du selber sehr wohl lesen.
Nicht du hast Himmel und Erde Gestalt gegeben,
nicht du gabst den Engeln das ewige Leben,
nicht du erschufst die Menschennatur,
weder Seele noch Leib;
du hauchtest nie irgendeiner Kreatur
ein natürliches Leben ein.
Wie könntest du also Gott sein?
Deine Werke vollbringst du nur mit Lüge und falscher List.
Die ewige Wahrheit, die ist Jesus Christ,
der ein ewiger Gott mit seinem Vater ist.«
Da sprach der Antichrist voll Schnauben:
» Wie kannst du dir das erlauben,
meinen Feind vor mir zu nennen,
ihm meine Ehren mehr als mir zuzuerkennen?
Doch gönne ich mir vorher noch ein Behagen
und werde die ganze Welt von dir verjagen.
Mit meiner Gewalt ergreift ihn zur Stund,
und gießt ihm siedendes Pech in den Mund,
und schnürt ihm fest seine Kehle zu,
dann verstummt mein Feind im Nu.
Könnt' ich seine Worte ertragen,
ich ließe ihn gerne noch länger plagen.
Dann hängt ihn tot, hoch über alle Mörder,
daß alle, die ihn sehen,
dem Christenglauben entfliehen.
Er hat mich gekränkt in meiner Ehre,
niemand bedarf seiner Lehre.
Ich bin lange vorhergesehen,
es soll nach meiner Lehre gehen.«
Henoch spricht in seinem Herzen sein heiliges Gebet also:
»Ewiger Vater, Sohn und Heiliger Geist,
du ewiger, ungeschiedener Gott,
ich danke dir, Herr, daß du mich seit langem erwählt,
und lobe dich, Herr, daß man mich nun quält.
Für deine und meine Schafe bitte ich, Herr,
die nun ohne Hirten verbleiben,
bewahre sie, Herr, fürsorglich,
und tröste sie innerlich.
Nun empfange, Herr, meine Seele,
ich hab zu meinem Leib keine irdische Liebe.«
Die Antwort, die ihm dann Gott für sein Danken und Beten geben wird, steht hier aufgeschrieben, ich sah und las sie also in der Heiligen Dreifaltigkeit geschrieben.
»Lieber Sohn, nun eile schnell zu mir,
ich bin wahrhaftig in dir.
Deine Freunde, für die du mich gebeten,
werden ihre Kinder selber taufen.
Ich werde sie rasch vom Antichrist erkaufen.
In ihrem Herzen werden sie als Christen verharren,
vor jedem Zweifel werd ich sie bewahren.
Komm, lieber Freund, ich warte dein,
und mein Herz taucht in dich ein.«
> Hildegard von Bingen.
- Re: Ein Vorläufer - Zwei Zeugen? Epidophekles 29.6.2006 16:45 (2)
- Re: Ein Vorläufer - Zwei Zeugen? Enrico Friedrich Hirsch 29.6.2006 17:15 (1)
- Re: Ein Vorläufer - Zwei Zeugen? Enrico 13.7.2006 08:32 (0)
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