... und nun auch noch krank
Endzeitprophetie
Geschrieben von Jack Deere am 08. Juni 2006 06:24:
Als Antwort auf: Zuviel Arbeit für Jean ... geschrieben von Jack Deere am 07. Juni 2006 06:56:30:
Im Februar 1965 verzweifelte Jean. Sie ging zu ihrem Hausarzt. »Hallo, Jean, was führt Sie zu uns?«, fragte der freundliche Arzt. »Dr. Bowers, ich bin so am Ende, ich kann mich kaum noch auf den Füßen halten. Es kommt mir vor, als wenn ich jeden Montag auf ein großes Karussell springe. Ich gehe zur Schule, kümmere mich um meine Schüler und um alles mögliche andere, gehe nach Haus zu meinen zwei kleinen Kindern und sorge für sie. Am Freitagabend springe ich dann wieder von dem Karussell ab. Doch sobald ich abgesprungen bin, versuche ich all das zu tun, was ich während der Woche nicht geschafft habe. Das ist genauso, als wenn ich auf dem Karussell bin. Und wenn es Montag ist, geht das Ganze von vorne los. Ich kann einfach nicht mehr«, schluchzte sie.»Jean, Sie sind überarbeitet und erschöpft. Sie müssen Ihren Zeitplan ändern. Sobald Sie von der Schule nach Hause kommen, müssen Sie sich ausruhen. Sie benutzen die Weisheit nicht, die Gott Ihnen gegeben hat. Sie müssen lernen, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die Ihnen am wichtigsten sind und ein paar andere Dinge aufgeben.« Dr. Bowers gab Jean einige Medikamente, die ihr Immunsystem stärken und ihr etwas mehr Energie geben sollten. Danach fühlte sie sich ein wenig besser, aber sie ignorierte den Rat des Arztes, ihren Zeitplan zu ändern, denn sie verstand nicht richtig, was er damit gemeint hatte.
Der Sommer 1965 kam und für Jean begannen die Sommerferien. John hatte von seiner Versicherungsgesellschaft eine kostenlose Reise nach San Franzisko gewonnen. Sie erwarteten beide, dass es eine wundervolle und erholsame Reise wird. Als sie am Abend davor die Koffer packte, fühlte sie einen stechenden Schmerz unter ihrem linken Arm. Sie legte die Hand auf die Stelle und fühlte einen großen harten Knoten. Sie sank auf einen Stuhl. Tiefste Verzweiflung überkam sie. Ihr fiel Anne ein, ihre beste Freundin, die mit achtundzwanzig Jahren an Krebs gestorben war und zwei kleine Kinder hinterlassen hatte. Auch bei Anne hatte es mit einem Knoten unter dem Arm begonnen.
Es war, als wenn tiefe Dunkelheit sie umgab, aus der sie eine Stimme flüstern hörte: »Du hast abgenommen, du bist müde, du hast einen Knoten unter dem Arm und du hast all die anderen Symptome, die Anne gehabt hat. Du hast Krebs, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis du ihr Gesellschaft leistest.« Noch nie hatte Jean solche Angst verspürt. Sie war wie gelähmt und merkte, wie ihre Beine gefühllos wurden. Sie konnte nicht laufen. Mit kalter Hand griff die Furcht nach ihrem Herzen und preßte es so sehr, dass aus ihm auch noch das letzte Fünkchen Hoffnung und Vertrauen auf Gott verschwand - und wie es schien: unwiederbringlich.
Die Stimme verlangte, dass Jean zu niemand darüber spricht. Wie hätte sie es auch John sagen können, wenn sie dadurch die paar Monate verderben würde, die sie noch gemeinsam hatten? Es würde auch nichts nützen, zu Gott darüber zu sprechen. Er hatte es schließlich zugelassen. Vielleicht war das die Strafe dafür, dass sie als Frau, Mutter, Lehrerin und als Christin so elend versagt hatte? Nein, alles war vorbei. Es blieb ihr nichts übrig, als langsam dahinzuschwinden, wie Anne.
Der Urlaub war eine Katastrophe. Das einzige, woran Jean ständig dachte, war: »Ich sterbe. Ich lasse zwei bezaubemde Kinder und meinen geliebten Mann zurück. Ich lasse mein schönes Haus am Hügel zurück und im nächsten Herbst werde ich nicht mehr unterrichten.« Sie befühlte den Knoten, der jeden Tag zu wachsen schien. Während er zunahm, nahm Jean immer mehr ab. Als sie aus San Franzisko zurückkehrten, war sie außerstande, überhaupt noch etwas zu tun.
Irgendwann im Sommer fing Jean an zu weinen und konnte nicht mehr aufhören. John verstand es nicht und sie konnte ihm nichts sagen. Jean hatte einen Nervenzusammenbruch. Da sie aber niemand kannte, der einen Nervenzusammenbruch gehabt hatte, wusste sie nicht, was mit ihr geschah.
Irgendwie hielt sie es bis zum Ende des Sommers durch. Der Direktor ihrer Schule informierte sie, dass sie zur Leiterin der Hauswirtschaftlichen Abteilung ernannt worden war. Anstatt sich darüber zu freuen, brachte sie das an den Rand der Hysterie.
Jean begann wieder zu unterrichten, aber sie war ein emotionelles Wrack. Jedes Mal, wenn die Schüler den Raum verlassen hatten, brach sie in Tränen aus. Nachdem sie ein paar Wochen lang versucht hatte, zu unterrichten, besuchte sie Dr. Bowers noch einmal. Als er ins Sprechzimmer kam, versuchte sie ihm zu erklären, was ihr fehlte, konnte aber nur noch weinen. Schließlich hob sie den Arm und zeigte auf die Geschwulst. »Was ist das?«, fragte sie.
Nachdem er sie untersucht hatte, sagte Dr. Bowers: »Jean, warum sind Sie nicht gleich hergekommen, als Sie das entdeckt haben?«
»Ich hatte solche Angst.«
»Sie hätten herkommen sollen ...
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