Vorbemerkung
von Dr. H. Engel
Es ist eine weitverbreitete Ansicht, dass die christliche Religion eine durch die naturwissenschaftlichen Forschungen der Neuzeit widerlegte Antiquität sei, die in die Rumpelkammer gehöre. Vorliegendes Schriftchen soll einen Beitrag zur Wegräumung dieses Vorurteils liefern. Es enthält Aussprüche einer schönen Anzahl von Autoritäten auf den verschiedenen Gebieten der Naturwissenschaften, welche sich mit aller Entschiedenheit zu den christlichen Grundwahrheiten bekannt haben. Wir haben mit vereinzelten Ausnahmen nur Gelehrte ersten Ranges Zeugnis ablegen lassen, um dem Einwurf vorzubeugen, dass, was mindere Geister und Dunkelmänner sagen, nicht beweiskräftig sei.
Ein ähnlicher Beweggrund hat uns veranlasst, abgesehen von A. v. Haller und Kant, nur Forscher des 19. Jahrhunderts zu berücksichtigen.
Den Aussprüchen von Naturforschern haben wir noch solche von Philosophen, Historikern, Staatsmännern und Juristen angereiht und zum Schlusse auch einige der namhaftesten weltlichen Dichter unseres Jahrhunderts auftreten lassen. Wir haben bei unserer Auswahl zwar in erster Linie auf recht gefeierte Namen gesehen, daneben aber auch gesucht, unserer Sammlung einen möglichst gediegenen Inhalt zu verschaffen. Es sollte dieselbe, soweit dies mit dem erwähnten Hauptzweck zu vereinbaren war, zugleich der Erörterung der wichtigsten apologetischen Fragen durch die kompetentesten Autoritäten dienen. Humboldt, Darwin, Lyell u.a. wurden wegen ihres Protestes gegen den Materialismus aufgenommen.
Es war uns eine ungemein erfreuliche Aufgabe, den Spuren wahrer Weisheit, wo sich solche bei den grossen dieser Erde fanden, nachzugehen. Wir hoffen auch, es werde unsere Arbeit manchem, der sich bisher von dem betäubenden Geschrei der Helden des Tages hat einschüchtern lassen, eine Leuchte aufstecken und ein Wegweiser werden zu Dem, der allein der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Allermindestens mögen sich solche fragen, ob man sich wohl einer Sache zu schämen habe, für welche auch in unsern Tagen so erlauchte Geister in solcher Waffenrüstung auf dem Kampfplatz erscheinen?
Möchten doch recht viele Leser aus der Lektüre dieses Schriftchens einen tiefen Eindruck von der Herrlichkeit des Christentums gewinnen. Weit mehr noch wünschen wir, dass sie sagen können "Wir glauben nun hinfort nicht um deiner Rede willen, wir haben selber gehört und erkannt, dass dieser ist Christus, der Welt Heiland."
Als Quellen für unsere Zusammenstellung wurden ausgiebig benutzt:
Zöckler (Universitätsprofessoer in Greifswald):
"Gottes Zeugen im Reiche der Natur", insbesondere Bd.2, Gütersloh 1881,
und die für Gebildete sehr werten Sammelwerke von Pestalozzi (Pfarrer in Zürich):
"Der christl. Glaube", Zürich 1875;
"Die christliche Lehre in Beispielen", Zürich 1884 und neue Folge 1895.
Daneben noch Herzogs "Theol. Realencyklopädie"; "Allgemeine deutsche Biographie".
Haupt: "Deutsche Prosa";
Hagenbach: "Leitfaden zum christl. Religionsunterrichte";
Kletke: "Geistliche Blumenlese aus deutschen Dichtern" u. a.
dazu für die dritte Auflage besonders auch die schönen Sammlungen von Sudhoff:
"In der Stille", poetischer und prosaischer Teil;
endlich eine Anzahl direkter Quellen.