DAS PROPHETISCHE VIERTE BUCH ESRA


Gerichtszeit

Geschrieben von ESRA 8.Kapitel am 01. August 2004 07:51:08:

Als Antwort auf: DAS PROPHETISCHE VIERTE BUCH ESRA geschrieben von ESRA 7.Kapitel am 28. Juli 2004 07:41:04:

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DAS PROPHETISCHE VIERTE BUCH ESRA
KAPITEL 8

I. Der Engel belehrte Esra über den Unterschied der gegenwärtigen von der zukünftigen Welt, worauf Esra fragte, warum doch Gott sein eigenes Geschöpf verderbe? 1-18.
II. Esra’s Gebet für sein Volk 19-44.
III. Der Engel antwortet, den Gerechten werde das Paradies aufgetan, wenn aber viele verloren gehen, so sei das ihre eigene Schuld: 45-62.

I.

1. Und er antwortete und sprach zu mir: "Der Allerhöchste hat diese Welt um Vieler, die zukünftige aber um Weniger willen gemacht.
2. Ich will dir aber ein Gleichnis sagen, Esra: Gleichwie, wenn du die Erde frägst, und sie dir sagt, daß sie viel mehr Erde gäbe, aus der man Gefäße macht und nur wenig Staub, worinnen Gold ist, also ist es beschaffen mit dieser Welt.
3. Es sind zwar viele erschaffen, aber wenig werden selig werden." Matth. 20, 16.
4. Da antwortete ich und sprach: "So verschlinge nun, du Seele, den Verstand, und verzehre, was weise ist." Ps. 107, 27.
5. Er aber sprach: "Du bist hergekommen, zu hören, und willst weissagen. Es ist dir kein Raum gegeben, als nur zu leben."
6. "O Herr, wenn du Deinen Knecht nicht zulässest, das wir vor Dir beten, und gibst unserem Herzen nicht Samen, noch Pflege unserem Verstand, daß Frucht daraus komme, woher sollte irgend ein Verdorbener leben können, der die Stelle eines Begnadigten einnimmt?
7. Denn Du bist der Alleinige, und wir alle sind ein Gebilde Deiner Hände, wie Du geredet hast. 1. Mose 1, 25.
8. Denn gleichwie jetzt der Leib in dem Mutterleibe gebildet ist, und Du Glieder gibst, so wird Dein Geschöpf in Feuer und Wasser erhalten und der erhaltene Mutterleib gibt von Zeit zu Zeit wieder, was in ihm gewachsen ist.
10. Denn Du hast geboten, aus den Gliedern selbst, das ist den Brüsten, darzureichen Milch für die Frucht der Menschen, auf daß, was gebildet ist, genährt werde bis auf seine Zeit, und nachher lenkest Du sie nach deinem Erbarmen.
11. Du hast sie ernährt nach Deiner Gerechtigkeit und sie unterrichtet in Deinem Gesetz und sie gezüchtigt nach Deinem Verstande,
12. und sie müssen sterben als Dein Geschöpf, und Du wirst sie lebendig machen als Dein Werk.
13. Wenn Du also das, was durch so viele Mühsale gebildet ist, verderben kannst, so ist auch leicht, durch Deinen Befehl zu verordnen, daß auch das, was geworden ist, erhalten werde.
14. Und jetzt, o Herr, will ich reden von allen Menschen, die Du besser kennst, und von Deinem Volke, um dessen willen ich traurig bin,
15. und von deinem Erbe, um dessen willen ich trauere, und von Israel, weswegen ich betrübt bin, und von Jakob, um dessen willen ich Schmerz empfinde.
16. Darum will ich anfangen, vor Dir zu beten für mich und für sie, denn ich sehe unseren Fall, die wir auf Erden wohnen.
17. Und ich habe gehört von der Schnelligkeit des Richters, der kommen wird.
18. Darum höre meine Stimme und verstehe meine Rede, so will ich vor dir reden!"

II.

19. Dieses ist der Anfang der Worte Esra’s, ehe er entzückt war. Ich sprach: "O Herr, der Du die Ewigkeit bewohnst, Dessen Augen erhoben sind in die Höhe und in den Himmel,
20. Dessen Thron über allen Preis erhaben, und Dessen Herrlichkeit unbegreiflich ist, vor dem die Heerscharen der Engel mit Ehrfurcht stehen, deren Wandel sich in Wind und Feuer bewegt. Ps. 104.
21. Dessen Wort wahrhaftig ist, und Dessen Aussprüche dauernd sind, Dessen Befehl stark, Dessen Ordnung erschrecklich ist, Ps. 33, 4.
22. Dessen Blick die Tiefen trocknet, Dessen Zorn die Berge schwinden machet, und Dessen Wahrheit Zeugnis ablegt.
23. Höre Deines Knechtes Gebet, und fasse die Bitte Deines Geschöpfes zu Ohren.
24. So lange ich lebe, werde ich reden und so lange ich Vernunft habe, werde ich antworten.
25. Siehe nicht an Deines Volkes Sünden, sondern die, so Dir in Wahrheit dienen.
26. Achte nicht auf das gottlose Vornehmen der Nationen, sondern auf die, die Deine Zeugnisse mit Schmerzen bewahrt haben.
27. Gedenke nicht an die, so fälschlich vor Deinen Augen gewandelt, sondern sei eingedenk derer, welche aus deinem Willen Gottesfurcht gelernt haben.
28. Du wolltest nicht die beachten, so viehische Sitten gehabt, sondern ansehen die, so Dein Gesetz klar gelebt haben.
29. Zürne nicht über die, welche für schlimmer gehalten worden sind als wilde Tiere, sondern liebe die, so allezeit auf Deine Gerechtigkeit und Herrlichkeit vertrauen.
30. Denn wir und unsre Väter leiden an solchen Krankheiten. Du aber wirst um unser, der Sünder willen, barmherzig genannt.
31. So Du begehrst, Dich unser zu erbarmen, so wirst Du barmherzig genannt, obgleich wir keine Werke der Gerechtigkeit haben, Gal. 2, 16.
32. denn die Gerechten, denen viele Werke aufbehalten sind, werden aus ihren eigenen Werken Lohn empfangen.
33. Was ist denn der Mensch, daß Du über ihn zürnest? Oder was ist das vergängliche Geschlecht, daß Du so strenge gegen dasselbe bist?
34. Es ist in Wahrheit niemand unter denen, die geboren sind, der nicht gottlos gehandelt, und von den Bekennern, der nicht gefehlt hat.
35. Deine Gerechtigkeit und Deine Güte, o Herr, wird darin verkündigt, daß Du barmherzig bist gegen die, die an guten Werken nicht reich sind." Röm. 3,25.
36. Da antwortete er mir und sprach: "Etliche Dinge hast du recht geredet und nach deiner Rede wird es ergehen.
37. Denn Ich werde in Wahrheit nicht gedenken an das Werk derer, welche gesündigt haben vor dem Tod, vor dem Gericht und vor dem Verderben, sondern Ich werde Mich über die Werke der Gerechten freuen.
38. Ich werde auch der Pilgrimschaft, der Rettung und dessen gedenken, daß sie Lohn empfangen.
39. Wie ich nun geredet habe, also ist es.
40. Wie der Ackermann auf seinem Acker viel Samen sät und Pflanzen in Mengen pflanzet, gleichwohl nicht alles, was gesät worden, zu seiner Zeit erhalten wird, noch auch alles, was gepflanzt ist, Wurzel faßt, also ist es auch mit denen, so in der Welt gesät sind; auch dieselben werden nicht alle erhalten."
41. Da antwortete ich und sprach: "Habe ich Gnade gefunden, so vergönne mir zu reden.
42. Gleich wie der Samen des Ackermanns, wenn er nicht aufwächst, oder nicht Deinen Regen zu seiner Zeit erhält, oder wenn er durch Übermaß des Regens verdirbt, untergeht;
43. auf ähnliche Weise verhält es sich auch mit dem Menschen, der durch Deine Hände gebildet, und ein Bildnis genannt ist, weil Du ihm ähnlich bist, um dessen willen Du alle Dinge gebildet und den Du dem Samen des Ackermanns ähnlich gemacht hast. 1. Mose 1,27.
44. Erzürne Dich nicht über uns, sondern schone Deines Volkes, und erbarme Dich über Dein Erbteil. Du aber erbarme Dich Deines Geschöpfes."

III.

45. Da antwortete Er und sprach zu mir: "Das Gegenwärtige ist für die Gegenwärtigen und das Zukünftige ist für die Zukünftigen,
46. denn es mangelt dir noch viel daran, daß du Meine Geschöpfe mehr lieben solltest, als Ich; Ich bin aber oft zu dir genaht, jedoch niemals zu den Ungerechten.
47. Aber auch darin bist du vor dem Höchsten wunderbar,
48. daß du dich gedemütigt hast, wie es dir wohl geziemt, und hast dir nicht herausgenommen, daß du unter den Gerechten besonders solltest gerühmt werden.
49. Darum wird denen viel Elend und Unglück begegnen, die zu den letzten Zeiten in der Welt wohnen, denn sie haben in großer Hoffart gewandelt,
50. Du aber sei verständig für dich selbst, und suche die Herrlichkeit für die, so deinesgleichen sind.
51. Denn euch ist das Paradies aufgetan, der Baum des Lebens gepflanzt, die zukünftige Zeit zubereitet, Überfluß bereitet, die Stadt erbaut, die Ruhe gewährt, die Güte und Weisheit vollkommen gemacht. Offenb. 22, 2.
52. Die Wurzel des Bösen ist vor euch versiegelt; die Schwachheit und der Wurm ist vor euch verborgen, und zur Grube fleucht das Verderben in Vergessenheit. Mark. 9, 44
53. Die Schmerzen sind vergangen, und es wird am Ende der Schatz der Unsterblichkeit gezeigt. Offenb. 21, 4.
54. Darum frage nicht weiter über die Menge derer, die verloren gehen. Luk. 13,23 u.24.
55. denn da sie Freiheit empfingen, haben sie den Höchsten verachtet, sein Gesetz verschmähet und seine Wege verlassen.
56. Dazu haben sie auch seine Gerechten zertreten,
57 und in ihren Herzen gesprochen, es sei kein Gott, da sie doch wußten, daß sie sterben müßten. Ps, 14, 1.
58. Denn wie euer das, was vorher gesagt worden ist, wartet, also ist ihnen Durst und Pein zubereitet, denn Er hat nicht gewollt, daß ein Mensch verloren gehe. 2, Petri 3, 9.
59. Sondern sie selbst, die erschaffen sind, haben ihres Schöpfers Namen befleckt, und sind gegen Den undankbar geworden, Der ihnen das Leben bereitet hat.
60. Drum nahet jetzt Mein Gericht heran.
61. Dieses habe ich nicht allen Menschen, sondern allein dir und den Wenigen, die dir ähnlich sind, geoffenbart."
62. Da antwortete ich und sprach: "Siehe, Herr, jetzt hast Du mir die Menge der Zeichen gezeigt, die Du zur letzten Zeit zu wirken anfangen wirst, aber in welcher Zeit hast Du mir nicht gezeigt."

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