Abschaffung des Christentums - 19. Auferstehung
Endzeitprophetie
Geschrieben von Beunruhigter am 12. Januar 2006 07:57:42:
Als Antwort auf: Abschaffung des Christentums - 18. Die Illusion geschrieben von Beunruhigter am 06. Januar 2006 19:07:50:
Auferstehung
Die Revolution Gottes, das ist die Auferstehung!Und was sagt das Christentum dazu?
Belauschen wir einmal das Christentum (das durchschnittliche, gutgemeinte Christentum) bei seiner Betrachtung des Ostertextes:
So etwa sagt sich das Christentum:«Hier steht es: Jesus ist nicht hier, Er ist auferstanden, das Grab ist leer. Wahrlich, ich glaube es, und wahrlich, dieser Glaube ist Wahrheit.
Aber welch eine große Verlegenheit ist mir doch diese Auferstehung!
Nun muß ich doch so tun, als lebe mein Leben von dieser Auferstehung. Denn wenn diese Auferstehung auch in meinem Leben Wirklichkeit werden soll, dann kann ich ja keine fromme Organisation mehr sein, die keinen zu etwas verpflichtet, sondern dann hat es Folgen, die ich nicht auf mich nehmen kann und die meine ganze Organisation sprengen werden.
Wenn ich nicht nur an diese Auferstehung zu glauben hätte (und ich ahne es, daß das bloße Glauben oder Fürwahrhalten heißt, eine Sache verharmlosen, man glaubt und es bleibt alles beim Alten), wenn ich also nicht bloß glauben, das heißt Fürwahrhalten müßte, sondern wenn ich zugleich anerkennen und durch mein Leben zu beweisen hätte, daß diese Auferstehung Wahrheit ist, dann könnte ich ja keine Organisation mehr sein, die zu nichts weiter verpflichtet, und keine Religion, in der alles beim Alten bleibt, sondern dann müßte ich mich ganz umkrempeln lassen, dann müßte ich ganz aus meiner Ruhe und Sicherheit heraus.
Aber wenn ich ehrlich bin, muß ich gestehen, daß ich, das Christentum, eine organisierte Religion bin, daß ich nicht von der Auferstehung her mich bestimmen lasse, sondern daß ich den Tod als gegeben und unabänderlich hinnehme - den Tod, das Sterbenmüssen, das Begrabenwerden, das Verwesen.
Wenn ich ehrlich bin, muß ich sagen: Ich nehme den Tod als unabänderlich hin; ja, ich verlange gar nichts anderes, darin besteht ja gerade meine Religion! Es muß ja ein Trost her, und die Religion ist der Trost an den Gräbern, der darüber hinwegtäuscht, daß es aus ist mit dem Tod, endgültig aus, daß nichts danach kommt.
Unbeschadet jeglichen Glaubens (das heißt Fürwahrhaltens) der Auferstehung Jesu, muß ich, wenn ich ehrlich bin, sagen, daß ich, das Christentum, eine Religion bin, welche diesen Glauben zu einem leeren Trost gemacht hat.
Denn würde ich, das Christentum, an die Wirklichkeit der Auferstehung wirklich glauben, dann würde ich an diesem Todesleben nicht mehr so hängen, wie ich das tue, weil ich eine Religion bin.
Die Auferstehung aber (das muß ich mir gestehen, wenn ich ehrlich bin) wäre die Aufhebung des Todes ganz und gar, wäre das neue Leben, auch in meinem Leben.
An die Auferstehung in Wahrheit glauben, das hieße dem Tode abgestorben sein und dem Leben leben. Denn die Auferstehung, ist die Revolution der Ewigkeit, welche eine organisierte Religion nicht ertragen kann.
Ja, wenn ich ehrlich bin, muß ich gestehen, daß ich in großer Verlegenheit bin. Ich glaube an die Auferstehung. Aber das hilft doch den Menschen nichts. Die Menschen hängen ja an diesem Todesleben. Darum will ich, das Christentum, lieber Religion bleiben und den Trost an den Gräbern organisieren, das verlangen die Menschen von mir.
Wie kann die Welt an diese Auferstehung glauben? Welch ein Entsetzen gäbe das, wenn ich der Welt den Glauben an diese Auferstehung übermittelte und nicht den Trost an den Gräbern. Denn die Auferstehung ist ewiges Leben, und ewiges Leben - das ist Gericht!
Lieber will ich für die Welt das sanfte Christentum bleiben, eine organisierte Religion, Trost der Unsterblichkeit an den Gräbern, als die Welt von der Wahrheit der Auferstehung zu überführen, damit sie dann dem Gericht ins Auge schauen müßte.
Daher bleibe die Auferstehung ein Geheimnis. Verhüllen wir lieber das Geheimnis wieder!»
Soweit das Christentum!Aber kann es denn anders? Das Christentum ist ja eine Religion und eine Religion hängt an diesem Leben und möchte am liebsten sich einrichten hier und diesem Todesleben Unsterblichkeit einhauchen.
Religion ist der Trost an Gräbern, daß es «vielleicht» doch nicht aus ist, daß dieses Todesleben eine Unsterblichkeit hat.
An die Auferstehung aber glauben, wie die Gemeinde Christi daran geglaubt hat, das heißt wissen, daß die Auferstehung Christi der bereits vollzogene Sieg ist!
Wie einem Bataillon in der Schlacht, das von einer Uebermacht überfallen wird und zu unterliegen droht, wenn ihm zugerufen wird: halte aus! Der Feind ist schon geschlagen! Nur aushalten mit letzter Kraft! und dann die Siegesgewißheit den letzten Soldaten erfaßt und ihm Heldenkraft gibt - so ist die Auferstehung der Siegesruf für die Gemeinde Christi: Halte aus! Der Sieg ist schon errungen!
Das Leben der Gemeinde Christi strahlt den Sieg Christi wieder; ihr Leben strahlt Auferstehung aus.
Christ sein (ja, das sage ich schmerzlich, als einer, der es nicht ist) Christ sein kann nichts anderes heißen als glauben, und glauben kann nichts anderes heißen als leben von der Auferstehung her!
Endzeitprophetie