DAS PROPHETISCHE VIERTE BUCH ESRA
• Gerichtszeit
Geschrieben von ESRA 5.Kapitel am 23. Juli 2004 11:16:59:
Als Antwort auf: DAS PROPHETISCHE VIERTE BUCH ESRA geschrieben von ESRA 4. Kapitel am 20. Juli 2004 07:18:52:
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DAS PROPHETISCHE VIERTE BUCH ESRA
KAPITEL 5I. Esra erhält Aufschluß über die Zeichen der letzten Zeit. Vers 1-15.
II. Das zweite Gesicht Esras (Kap. 5, 16 -Kap. 6, 34). Esra’s Klage wegen der Verwerfung Israels V. 16-30.
III. Der Engel belehrt ihn über die Unergründlichkeit der Wege Gottes. V. 31-36.I.
1. „Von den Zeichen aber merke dies: Siehe, es werden Tage kommen, da die ergriffen werden, so auf Erden wohnen in großem Reichtum, und der Weg der Wahrheit wird verborgen sein und das Land wird unfruchtbar sein an Glauben.
2. Die Ungerechtigkeit aber wird überhand nehmen, mehr als du jetzt siehst und von alters her gehört hast. Matth. 24, 12.
3. Und das Land, das du jetzt siehst regieren, wird zertreten sein und man wird es verödet sehen.
4. Wenn dir aber der Höchste das Leben fristen wird, so wirst du nach der sechsten Posaune sehen, daß plötzlich die Sonne bei Nacht leuchten wird, und der Mond dreimal am Tage. Offenb. 8, 6.
5. Von dem Holz wird Blut triefen und der Stein wird seine Stimme geben und die Völker werden bewegt werden. Matth. 24, 7.
6. Und einer wird regieren, von dem es die, so auf Erden wohnen, nicht erwarten, und die Vögel werden die Wanderung antreten. Matth. 24,30.
7. Und das sodomitische Meer wird seine Fische auswerfen und wird zu Nacht ein Getöse geben, das viele nicht kannten; alle aber werden das Getöse hören.
8. Und ein Chaos wird entstehen an vielen Orten und Feuer häufig herabgeworfen werden und die Tiere des Feldes werden hinwegziehen, und Weiber, die ihre Krankheit haben, werden sonderbare Lebewesen gebären.
9. Und in den süßen Wassern werden salzige Ströme gefunden werden; ein Freund wird wider den andern streiten, und der Verstand wird sich verbergen und die Einsicht in ihr Gemach eingeschlossen bleiben.
10. Und sie werden von vielen gesucht und nicht gefunden werden; alsdann wird Ungerechtigkeit und Unenthaltsamkeit überhand nehmen.
11. Ein Land wird das andere fragen und sprechen: Ist etwa die Gerechtigkeit, welche das Recht tut, durch dich hindurchgezogen? Und es wird das verneinen.
12. Zu der Zeit werden die Menschen viel hoffen, aber nichts erlangen; sie werden arbeiten, aber ihre Wege werden keinen Fortgang haben. Luk. 21, 26.
13. Diese Zeichen dir zu sagen ist mir zugelassen und so du weiter bitten und wie jetzt weinen und sieben Tage lang fasten wirst, so wirst du noch größeres hören."14. Da bin ich erwacht und ein Zittern ging durch meinen ganzen Leib und meine Seele ängstete sich, daß sie matt ward. Dan. 7, 28.
15. Da hielt mich der Engel, der mit mir zu reden gekommen war, und stärkte mich und stellte mich wieder auf meine Füße.II.
16. Und es geschah in der zweiten Nacht, daß Selathiel, der Fürst des Volkes, zu mir kam und zu mir sprach: "Wo bist du gewesen, warum ist Deine Miene so traurig?
17. Weißt du nicht, daß dir Israel im Lande seiner Gefangenschaft anvertraut ist?
18. So stehe nun auf und iß Brot und verlaß uns nicht wie ein Hirte seine Herde bösen Wölfen überläßt."
19. Da sprach ich zu ihm: "Geh von mir und nahe dich nicht zu mir." Und er gehorchte mir, wie ich gesagt hatte, und wich von mir.
20. Da fastete ich sieben Tage lang, heulte und weinte, wie mir der Engel Uriel befohlen hatte.
21. Und es geschah nach sieben Tagen, daß ich wiederum in tiefsinnige Gedanken fiel und sehr bekümmert ward. Dan. 10, 2.
22. Da empfing mein Gemüt wiederum den Geist des Verstandes und ich fing wieder an, mit dem Allerhöchsten zu reden und sprach:
23. „O Herr, Du Herrscher, Du hast aus allen Wäldern der Erde und aus allen ihren Bäumen einen einzigen Weingarten auserlesen. Jes. 5. 1.
24. Und aus allen Ländern des Erdkreises hast Du auserwählt ein einziges Ackerland und aus allen Blumen des Erdkreises hast Du Dir eine einzige Lilie auserwählt. Hohe Lied 2, 1.
25. Aus allen Tiefen des Meeres hast Du Dir einen einzigen Bach gefüllt; aus allen erbauten Städten hast Du Dir selbst Zion geheiligt.
26. Aus allen erschaffenen Vögeln hast Du Dir eine einzige Taube ernannt, und aus allem Vieh, das Du gestaltest, hast Du Dir ein einziges Lamm ausersehen.
27. Und aus allen vielfältigen Völkern hast Du Dir ein einziges Volk erworben und hast ein von allen gelobtes Gesetz diesem Volke gegeben, zu dem Du eine Lust gehabt hast.
28. Und nun, o Herr, warum hast Du das Einzige vielen überliefert? Und Du hast über die einzige Wurzel andere gesetzt und die Einzigen unter viele zerstreut.
29. Und es haben dasselbe zertreten, welche Deinen Verheißungen widerstrebt und Deinen Bündnissen nicht geglaubt haben.
30. Und wenn Du denn wirklich Dein Volk haßtest, so sollte es durch Deine eigenen Hände gezüchtigt werden."III.
31. Und es geschah, als ich diese Rede vollendet hatte, wurde der Engel, der in der vorigen Nacht zu mir gekommen war, wiederum zu mir gesandt.
32. Und er sprach zu mir: „Höre mir zu, so will ich dich unterrichten und achte auf mich, so will ich weiter mit dir reden.“
33. Da sprach ich: „Sag an mein Herr!“ Da sprach er zu mir: „Du bist in deinem Geiste viel zu weit gegangen für Israel. Hast du denn das Volk lieber als Den, so es gemacht hat?“ Kap. 4. 2.
34. Da sprach ich zu ihm: „Nein, Herr, aber ich habe im Schmerz geredet. Meine Nieren drängen mich alle Stunden, daß ich gerne den Weg des Allerhöchsten erfahren und einen Teil seines Gerichtes ergründen möchte.“
35. Er sprach zu mir: „Das kannst du nicht.“ „Warum, Herr? Wozu bin ich geboren? Warum wurde mir denn meiner Mutter Leib nicht zum Grabe? So hätte ich doch das Elend Jakobs und die Erschöpfung des Volkes Israel nicht gesehen.“
36. Er sprach zu mir: „Zähle Mir die Dinge, die noch nicht gekommen sind, sammle Mir wieder die Tropfen, die zerstreut worden sind, mache Mir die dürren Blumen wieder grün;
37. öffne Mir die verschlossenen Gemächer und bringe Mir die Winde hervor, die darinnen eingeschossen sind, zeige Mir das Bild der Stimme, alsdann will Ich dir zeigen die Mühsal, die du zu sehen begehrst.“
38. Ich sprach: „O Herr, du Herrscher, wer kann das wissen als allein Der, welcher nicht bei den Menschen Wohnung hat?
39. Ich aber bin unweise, wie werde ich über solche Dinge reden können, wovon Du mich gefragt hast?“
40. Da sprach Er zu mir: „Wie du von diesen genannten Dingen keines tun kannst, also kannst du auch ein Urteil nicht herausfinden, noch die Liebe, die Ich am Ende dem Volke Israel verheißen habe.“
41. Da sprach ich: „Aber siehe Herr, Du bist nahe denen, die am Ende sind und was werden die tun, die vor mir gewesen sind, oder wir, oder die, die nach uns sein werden?“
42. Da sprach Er zu mir: „Ich will Mein Urteil einem Kranz vergleichen. So wie die letzten Dinge nicht zu spät erscheinen, so kommen die früheren nicht zu schnell.“
43. Und ich antwortete und sprach: „Konntest Du nicht die, so gewesen sind und die, so jetzt sind, und die so kommen werden, auf einmal erschaffen, daß Du Dein Urteil desto schneller erzeigtest?“
44. Da antwortete Er mir und sprach: „Das Geschöpf kann den Schöpfer nicht übereilen, die Welt kann auch nicht auf einmal die tragen, welche in ihr sollen geschaffen werden.“
45. Da sprach ich: „Wie Du Deinem Knecht gesagt hast, daß Du die Geschöpfe auf einmal lebendig gemacht habest, die von Dir geschaffen worden und die Schöpfung es ertrug, also wird sie auch jetzt auf einmal die Gegenwärtigen ertragen können.“
46. Er sprach zu mir: „Frage den Mutterleib des Weibes und sage ihm, so du gebierst, warum tust du das eins nach dem andern? Bitte ihn denn, daß er zehn Kinder auf einmal gebäre.“
47 Ich sprach, er wird es durchaus nicht können, sondern eins nach dem
andern.
48. Da sprach Er zu mir: „Also habe Ich auch den Mutterleib der Erde gegeben denen, die auf ihr gesät sind, nach dem Lauf der Zeit.
49. Denn gleich wie ein Kind nicht kann gebären, wie die Alten gebären, also habe Ich die Welt, die von Mir geschaffen ist, geordnet.“
50. Da fragte ich und sprach: „Da Du mir nun einen Weg gegeben hast, so will ich vor Dir reden: Ist unsere Mutter, von der Du Mir gesagt hast, noch jung? Schon naht sie ja dem Alter.“
51. Und Er antwortete und sprach zu mir: „Frage die, so gebiert, so wird sie dir es sagen.
52. Denn du wirst zu ihr sagen: Warum sind die, die du jetzt geboren hast, denen nicht gleich, die vor dir gewesen sind, sondern sind kleiner von Gestalt?
53. So wird sie auch selber zu dir sagen: Anders sind die, so in der starken Jugend geboren sind, und anders die, so in der Zeit des Alters bei schwach werdendem Mutterleib geboren werden.
54. So betrachte nun auch du, daß ihr kleiner seid von Gestalt als die,
welche vor euch gewesen sind,
55. und die, welche nach euch kommen, kleiner als ihr, als Geschöpfe, die jetzt anfangen, alt zu werden, und die Stärke der Jugend verloren haben.“
56. Da sprach ich: „Herr, habe ich Gnade gefunden vor Deinen Augen, so bitte ich Dich, zeige Deinem Knecht, durch wen Du Deine Schöpfung heimsuchst."
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