Re: Abschaffung des Christentums - 1. Der Verrat
Endzeitprophetie
Geschrieben von Ohne Namen am 28. Dezember 2005 21:09:16:
Als Antwort auf: Abschaffung des Christentums - 1. Der Verrat geschrieben von Epidophekles am 14. Oktober 2005 00:22:51:
Grüß Gott
Alois sei nicht traurig es gibt noch Christen
In Liebe verbunden
>>Lieber Thomas um das Christentum abzuschaffen müsste es erst eimal Da sein.
>>Ich habe noch keinen Christen kennengelernt, der seinen Nächsten liebt wie sich selbst.
>>Du wirst doch nicht die Religionen die seit 2000 Jahren bestehen, mit dem Christentum das Jesus verkündet hat verwechseln.
>>einer der sich bemüht
>
>Der Verrat
>
>Um es einzugestehen, so ist es die Bibel, welche mich in dieses Grübeln hineingebracht hat.
>Meine Altersgenossen würden mich auslachen wenn sie erführen, daß ich mich mit einem so «altmodischen» Buch noch abgebe oder sogar von diesem Buche etwas erwarte.
>Eins ist gewiß, daß dieses Buch sprechen kann und seit ich einmal seine Stimme gehört habe, bin ich nicht so hirnverbrannt, es für einen Schmöker zu halten, der nicht einmal (wie man manchmal behauptet) antiquarischen Wert mehr besitzt.
>Vielleicht bin ich aber auch zu altmodisch und noch nicht genügend von den «neuen Ideen» erfaßt, um von der Sinnlosigkeit (wie man sagt) dieses Buches überzeugt zu sein?
>Ich weiß nicht, ob die Unruhe die treibende Kraft in der Welt ist, wie im Uhrwerk. Die Welt will ja einmal zur Ruhe kommen. Aber die Mittel, mit denen sie zur Ruhe kommen will, sind eben die, welche immer neue Unruhe in ihr hervorrufen.
>Aber ich kann mich weder bei der Ruhe noch bei der Unruhe beruhigen.
>Es gab einmal eine Zeit - noch nicht lange her - da war eigentlich nicht viel von Unruhe in mir. Mit vollen Segeln ging es ins Leben hinaus, um die Welt aus den Angeln zu heben.
>War das jugendlicher Ueberschwang? Nein, es war Unerfahrenheit. Es war die Ahnungslosigkeit darüber, wieviel verschiedene Glauben es gibt. Glauben, oder vielleicht nennt man es besser Selbstüberzeugung.
>Gibt es denn jemand, der nicht davon überzeugt ist, mit ihm beginne erst die Welt? Kann man überhaupt ohne diese Ueberzeugung leben?
>Aber ich frage dich, du Ueberzeugter, was beginnt denn mit dir, mit deinem Leben? Welch ein neuer Anfang bist du denn?
>Doch lassen wir das! Ich habe ja nicht über all die Ueberzeugten zu richten. Sie schützen ihren Glauben vor, wie auch ich bisher meinen Glauben für die entscheidende Sache gehalten habe.
>Aber glaube ich denn nicht mehr?
>Nun, ich kann nur feststellen, daß eine Wandlung in mir vorgegangen ist. Ich habe einen Weg zurückgelegt, den man am besten bezeichnen kann als einen Weg vom Enthusiasmus, von der Begeisterung bis - sagen wir einmal - bis zu einem gelinden Schreck über diese Begeisterung.
>Und heute?
>Nun, daß der Glaube eine Siegeskraft wäre, dessen bin ich auch heute gewiß. Aber welcher Glaube?
>Welcher Glaube von den vielen Glauben, die zur Eroberung der Welt ausgezogen sind?
>Und nun meine Frage: Hat das Christentum den rechten - hat es noch den rechten Glauben?
>Also eine Kritik am Christentum?
>Nein, nur eine Frage. Die Frage, ob der Glauben, der die Welt besiegt, noch beim Christentum zu finden ist.
>Wenn ja, dann ist alles gut, dann werde ich nicht aufhören, beim, Christentum zu suchen, bis ich diesen Glauben gefunden habe.
>Aber wenn das Christentum nicht den rechten Glauben hat?
>Oder gar, wenn das Christentum etwas ganz anderes ist als Glauben?
>Oder wenn das Christentum nur eine Theorie des Glaubens ist, kein Glauben im Fleisch, keine Unerläßlichkeit, kein Nichtanderskönnen, keine gewagte Entscheidung? Was dann?
>Ich habe die Bibel aufgeschlagen, öfters, an dieser und jener Stelle. Und obwohl ich noch wenig von diesem Buch verstehe, scheint es mir doch, als ob dieses Buch mich besser versteht als ich mich selbst verstehe.
>Ja, ich muß sogar gestehen, daß dieses Buch handgreiflich mit mir geworden ist. Manchmal wenigstens, kommt es mir vor, als sei dieses Buch, indem ich es las, auf mich zugestürzt wie ein Räuber, um mich auszuplündern, mir alles auszuziehen, was ich besitze, Hose, Rock und Hemd, alles, bis ich nackt war - das ist ungemütlich.
>Eben, zum Beispiel, fällt mein Blick auf jene Stelle des Neuen Testamentes. Da steht: «Und als sie zu Tische saßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch, einer unter euch, der mit mir isset, wird mich verraten.. Und sie wurden traurig und sagten zu ihm, einer nach dem andern: Bin ichs? Und der andere: Bin ichs?»
>Nun stehe ich da! Das ist doch auf mich gemünzt?
>Muß ich mir nicht sagen, daß ich wahrscheinlich der einzige bin, der mit Entschiedenheit (und dadurch vernichtet, dadurch aller Berechtigung beraubt, auch nur ein Wort noch sagen zu dürfen!) bekennen muß: ich bin ein Verräter - der einzige - denn es gibt ja nur einen?
>Soll ich Schluß machen mit meinen Aufzeichnungen?
>Nein, ich kann nicht Schluß machen. Meine Hand zittert, aber ich muß diese Worte hier hinsetzen. Ich bin kein Christ! Ich bin kein Christ, denn ich bin ja ein Verräter.
>Wenn nur ein Christ Vollmacht hat, die Frage nach dem Christentum zu stellen, so habe ich keine Vollmacht.
>Meine einzige Vollmacht ist die: daß ich ein Verlangen habe, ein glühendes Verlangen, hier auf Erden einem Christen zu begegnen. Und meine ganze Frage ist, ob das Christentum noch fähig ist, einen Christen hervorzubringen.
>Und so muß ich denn, als ein Nichtchrist, über das Christentum nachdenken. Als einer, der danach fragt, ob das Christentum noch eine Sache der Christen ist - in der Hoffnung, trotz allem, doch noch einmal Christ zu werden.
>Daß Christus die Wahrheit ist, das bekenne ich, obwohl ich ein Verräter bin. Es fragt sich, ob das Christentum die Wahrheit ist.
>Darum: wer ein Christ ist, der möge (wenn er ein Herz hat) mich trösten mit der Gewißheit, daß es Christen gibt auf dieser Erde. Sonst halte ich es nämlich nicht aus. Wenn es keine Christen gibt, dann ist alles umsonst.
>Ein Nichtchrist bittet daher die Christen - Christen zu sein, damit eine Hoffnung bleibt.
>
- Re: Abschaffung des Christentums - 1. Der Verrat Lars Wollenberg 29.12.2005 19:05 (0)
- Re: Abschaffung des Christentums - 1. Der Verrat Alois 28.12.2005 21:13 (1)
- Re: Abschaffung des Christentums - 1. Der Verrat Ohne Namen 29.12.2005 18:07 (0)
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