Mitleid beugt Gewalt vor


Gerichtszeit

Geschrieben von Peace Pilgrim am 20. Juli 2004 07:32:46:

Als Antwort auf: Schlägt dich einer, so schlag nicht zurück geschrieben von Peace Pilgrim am 19. Juli 2004 07:42:40:

Bei einer anderen Gelegenheit mußte ich ein zartes acht Jahre altes Mädchen gegen einen großen Mann, der sie schlagen wollte, verteidigen. Das Mädchen hatte schreckliche Angst. Es war meine schwerste Prüfung. Ich hielt mich auf einer Ranch auf, und die Fa­milie war in die Stadt gefahren. Das kleine Mädchen wollte nicht mitfahren, und da ich hier war, baten sie mich, auf das Kind aufzu­passen.
Ich schrieb gerade einen Brief am Fenster, als ich ein Auto ankommen sah. Ein Mann stieg aus. Das Mädchen sah ihn und rannte weg, er folgte ihr und trieb sie in die Scheune. Ich lief sofort in die Scheune. Das Mädchen kauerte voller Angst in der Ecke. Er ging langsam und bedächtig auf sie zu.

Du kennst die Macht der Gedanken. Ständig gestaltet man seine Umwelt durch Gedanken, und was immer man fürchtet, das zieht man an.

Ich wußte, in welcher Gefahr sie war, weil sie so große Angst hatte.
(Ich fürchte mich vor nichts und erwarte Gutes ‑ so kommt Gutes!)

Ich brachte meinen Körper sofort zwischen den Mann und das Mädchen. Ich stand einfach da und schaute auf diesen armen, psy­chisch kranken Menschen mit liebevollem Mitleid. Er kam näher, dann blieb er stehen! Er schaute mich eine ganze Weile an. Dann drehte er sich um und ging weg, und das Mädchen war in Sicher­heit. Es wurde kein einziges Wort gewechselt.

Nun, was wäre die Alternative gewesen?
Gesetzt den Fall, ich wäre so dumm gewesen, das Gesetz der Liebe zu vergessen und hätte zurückgeschlagen und mich auf das Dschungelgesetz von Töten und Getötetwerden verlassen. Zweifellos wäre ich geschlagen worden ‑ vielleicht sogar zu Tode, und das kleine Mädchen vielleicht auch!

Unterschätze nie die Macht der Liebe Gottes ‑ sie verwandelt. Sie erreicht den Funken des Guten im anderen, und er ist entwaffnet.


Antworten:


Gerichtszeit