DAS PROPHETISCHE VIERTE BUCH ESRA


Gerichtszeit

Geschrieben von ESRA 4. Kapitel am 20. Juli 2004 07:18:52:

Als Antwort auf: DAS PROPHETISCHE VIERTE BUCH ESRA geschrieben von ESRA 3.Kapitel am 19. Juli 2004 07:56:41:

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DAS PROPHETISCHE VIERTE BUCH ESRA
KAPITEL 4

I. Esra wird durch den Engel Uriel gewarnt vor dem Grübeln über die verborgenen Wege Gottes. V. 1-21.
II. Die in der Welt herrschende Bosheit werde zu Seiner Zeit den verdienten Lohn finden. V. 22.-35.
III. Der Erzengel Jeremiel belehrt ihn, daß die gegenwärtige Welt ihrem Untergange zueile. V.36-52.

I.
1. Da antwortete mir der Engel, der zu mir gesandt war, namens Uriel, und sprach zu mir:
2. "Dein Herz hat sich zu sehr erhoben in dieser Welt und du unterstehst dich, den Weg des Allerhöchsten zu begreifen!“
3. Da sprach ich: Ja mein Herr! Und er antwortete mir und sprach: “Ich bin zu dir gesendet, dir drei Wege anzuzeigen und drei Gleichnisse dir vorzulegen.
4. Wenn du mir eines aus diesen ansagen wirst, so will ich dir alsdann auch den Weg zeigen, den du begehrst zu sehen, und dir berichten, woher das boshafte Herz sei“.
5. Da sprach ich: „Sag an, mein Herr!“ Da sprach er zu mir: „Geh hin, wäge mir das Gewicht des Feuers, oder miß das Blasen des Windes, oder rufe mir den Tag zurück der dahin ist.“
6. Da antwortete ich und sprach: „Wer unter allen Geborenen vermöchte das zu tun, daß du mich darüber fragst?“
7. Da sprach er zu mir: "Hätte ich dich gefragt, wie viele Quellen sind im Herzen des Meeres, oder wie viele Kammern sind im Abgrund oder wie viele Wohnungen sind über dem Firmament oder welches sind des Paradieses Ausgänge?
8. So sprächest du vielleicht zu mir: In den Abgrund bin ich noch nie hinunter gestiegen, noch in die Unterwelt, so bin ich auch niemals in den Himmel hinaufgestiegen.
9. Nun aber habe ich dich nur über das Feuer und den Wind und den Tag gefragt, durch den du gegangen bist und von denen du nicht getrennt werden kannst und du hast mir nicht darüber antworten können.“
10. Und er sprach weiter zu mir: „Du kannst, was dein ist, was mit dir aufgewachsen ist, nicht erkennen,
11. wie könnte Dein Verstand den Weg des Höchsten fassen und, nachdem die Welt schon äußerlich verdorben ist, die Verderbnis verstehen, welche vor meinem Angesicht offenbar ist?“
12. Da sprach ich zu ihm: „Es wäre besser, wir wären nicht, als daß wir noch beim Leben in Gottlosigkeiten leben und leiden und wissen nicht warum.“
13. Und er antwortete und sprach zu mir: „Ich bin ausgegangen in einen Wald von Bäumen des Feldes und sie machten einen Anschlag und sprachen:
14. „Wohlan, lasset uns gehen und das Meer bekriegen, daß es von uns weiche, daß wir uns noch mehr Wälder machen.“
15. Desgleichen machten auch die Fluten des Meeres selbst einen Anschlag und sprachen: "Wohlan, lasset uns hinaufsteigen und die Wälder des Feldes bekriegen, daß wir auch daselbst uns eine andere Gegend gewinnen.“
16. Da wurde der Anschlag des Waldes zunichte, denn das Feuer kam und verzehrte ihn.
17. Gleicherweise auch der Anschlag der Fluten des Meeres, denn es stand fest der Sand und hielt sie zurück.
18. Wenn du nun ein Richter zwischen den zweien wärest, welchem wolltest du recht geben, oder welchen verurteilen?“
19. Da antwortete ich und sprach: „Sie haben überall eitle Anschläge gemacht, denn dem Wald ist das Erdreich gegeben und dem Meer auch sein Ort für die Wellen.“
20: Und er antwortete und sprach zu mir: „Du hast recht geurteilt, warum richtest du dieses Urteil nicht auf dich selbst?
21. Denn gleicherweise, wie das Erdreich auf den Wald und das Meer auf seine Gewässer angewiesen ist, also können auch die, so auf Erden wohnen, nichts verstehen als das auf Erden ist, und die, so über dem Himmel wohnen, allein was über der Höhe der Himmel ist.“

II.
22. Da antwortete ich und sprach: „Ich bitte dich, Herr, daß mir der Sinn gegeben werde, zu verstehen;
23. Denn ich habe nicht über deine hohen Dinge fragen wollen, sondern über die, die uns täglich begegnen. Warum ist Israel zur Schmach hingegeben den Nationen? Und das Volk, das du geliebt hast, ist hingegeben gottlosen Stämmen und das Gesetz unserer Väter ist dem Untergange preisgegeben, und die geschriebenen Verordnungen sind nirgends mehr vorhanden.
24. Und wir mußten umherwandern in der Welt, wie die Heuschrecken und unser Leben ist Furcht und Schrecken und wir sind nicht einmal würdig, Barmherzigkeit zu erlangen?
25. Was will er aber meinem Namen tun, der über uns angerufen worden ist? Von diesen Dingen habe ich gefragt.“
26. Da antwortete er mir und sprach: „Je mehr du ergründen willst, desto mehr wirst du dich verwundern, denn mit großer Eile eilt die Welt dahin.
27. Und er vermag es nicht zu ertragen, was in künftigen Zeiten den Gerechten verheißen ist, weil diese Welt voll ist von Ungerechtigkeiten und Schwachheiten.
28. Ich aber will dir das, davon du mich gefragt hast, erklären: Das Böse ist gesät, aber seine Zerstörung ist noch nicht vorhanden.
29. Wenn nun das Böse, das gesät ist, nicht umgekehrt wird und der Ort, wo das Böse gesät ist, nicht weichet, so wird der Ort nicht kommen, wo das Gute gesät ist.
30. Denn das Samenkorn des Bösen ist von Anfang an in das Herz Adams gesät worden und wie viel Gottlosigkeit ist daraus entsprossen bis auf jetzt, und es entsproßt noch, bis man damit in die Tenne kommt.
31. Nun ermiß du bei dir selbst, wie viel Frucht der Gottlosigkeit aus dem Samenkorn des Bösen hervor gesproßt ist.
32. Wenn nun die Ähren, deren unzählige sind, abgeschnitten sein werden, wie eine große Tenne wird es füllen?“
33. Da antwortete ich und sprach: „Wie soll das und wann wird das sein? Warum sind unsere Jahre so wenig und dieselben so böse?“
34. Und er antwortete und sprach zu mir: „Eile nicht, dich über den Höchsten zu erheben, denn dein Eilen, über ihn zu sein, ist vergeblich, denn du erhebst dich gar zu sehr. 1. Mose 47,9.
35. Haben nicht die Seelen der Gerechten auch in ihren Kammern von diesen Dingen gefragt, sprechend: Wie lange soll ich also hoffen? Wann kommt die Frucht der Tenne unserer Belohnung?“ Off. 6,9.

III.
36. Darauf antwortete ihm der Erzengel Jeremiel und sprach: „Alsdann, wann die Zahl der Samen in euch erfüllt sein wird, denn in der Waage hat er die Welt gewogen,
37. und nach dem Maße der Zeiten gemessen und nach der Zahl der Zeiten gezählt, und Er hat nichts bewegt noch erweckt, bis daß dasselbe Maß erfüllet ist."
38. Da antwortete ich und sprach: „O Herr, du Herrscher! Aber auch wir alle sind voll Gottlosigkeit.
39. Es möchte vielleicht die Tenne der Gerechten um unsertwillen nicht erfüllt werden, um der Sünden willen derjenigen, die auf Erden wohnen."
40. Da antwortete er und sprach: „Geh zu einem schwangeren Weibe und frage sie, ob, wenn sie ihre neun Monate erfüllt hat, ihr Mutterleib die Geburt noch bei sich selbst zurückbehalten könne?“
41. Da sprach ich: „Er kann es nicht, o Herr.“ Da sprach er zu mir: „In der Unterwelt sind die Kammern der Seelen dem Mutterleibe gleich.
42. Denn wie jene, die da gebiert, eilt, der Not der Geburt zu entfliehen, so eilt auch diese, das wieder zu geben, was ihr anvertraut ist.
43. Von Anfang an wird dir das gezeigt, was du zu sehen begehrst.“
44. Da antwortete ich und sprach: „Habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, und ist es möglich und ich bin dessen würdig,
45. so zeige mir, ob noch mehr kommen werde, als vergangen ist, oder ob mehr vergangen sei, als zukünftig ist.
46. Was vergangen ist, weiß ich, was aber noch kommen wird, das weiß ich nicht.“
47. Da sprach er zu mir: „Steh auf die rechte Seite, so will ich dir die Auslegung des Gleichnisses zeigen.“
48. Da stand ich und sah, und siehe, ein brennender Ofen fuhr vor mir vorüber und es geschah, da die Flamme vorüberfuhr, sah ich, und siehe, es blieb Raum übrig.
49. Darnach fuhr eine Wolke vor mir vorüber voll Wassers, und sie sandte aus einen starken Regen mit Gewalt; und da der gewaltige Regen vorüber gegangen war, blieben darin Tropfen übrig.
50. Da sprach er zu mir: „Denke dir: Gleichwie der Regen mehr ist als der Tropfen, und des Feuers mehr als des Raumes, also ist auch das Maß weit größer, denn das vergangen ist, aber Tropfen und Raum sind übrig geblieben.“
51. Und ich betete und sprach: „Meinest du, daß ich bis auf jene Tage lebe, oder was wird in jenen Tagen sein?“
52. Da antwortete er mir und sprach: „Von den Zeichen, wovon du mich fragst, kann ich zum Teil reden, von deinem Leben dir zu sagen bin ich nicht gesandt, ich weiß es auch nicht.

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