Schlägt dich einer, so schlag nicht zurück


Gerichtszeit

Geschrieben von Peace Pilgrim am 19. Juli 2004 07:42:40:

Als Antwort auf: Kindliches Vertrauen verhindert Untat geschrieben von Peace Pilgrim am 18. Juli 2004 01:55:08:

Eines Tages schlug mich ein verhaltensgestörter Junge, den ich zu einer Wanderung mitgenommen hatte. Er wollte Wandern gehen, hatte aber Angst, er könnte sich ein Bein brechen und dann liegengelassen werden. Alle hatten Angst, ihn mitzunehmen. Er war ein großer, breiter Kerl und sah aus wie ein Fußballspieler, und er war als zeitweise gewalttätig bekannt. Einmal hatte er seine Mutter so arg geschlagen, daß sie einige Wochen im Krankenhaus bleiben mußte. Alle hatten Angst vor ihm, also bot ich an, ihn mitzunehmen.

Während wir zum ersten Berggipfel aufstiegen, verlief alles noch wunderbar. Dann zog ein Gewitter herauf. Er empfand große Angst, weil das Donnern sehr nahe war. Plötzlich wandte er sich von den Blitzen ab, kam auf mich zu und schlug mich. Ich rannte nicht weg, obwohl ich die Möglichkeit gehabt hätte ‑ er hatte einen schweren Rucksack auf seinem Rücken. Aber sogar während er mich schlug, konnte ich nur tiefstes Mitleid für ihn empfinden. Wie schrecklich ist es, psychisch so krank zu sein, daß man eine wehr­lose alte Frau schlagen kann! Ich begegnete seinem Haß mit Liebe, sogar während er mich schlug. Die Folge davon war, daß das Schla­gen aufhörte.

Er sagte: "Du hast nicht zurückgeschlagen! Mutter schlägt im­mer zurück." Die verzögerte Reaktion, wegen seiner Verhaltens­störung, hat das Gute in ihm erreicht. Oh, es ist da ‑ wie tief es auch vergraben ist ‑ und er erfuhr Reue und völlige Selbstverurteilung.

Was sind ein paar blaue Flecken auf meinem Körper im Ver­gleich zur Umwandlung eines Menschenlebens? Um es kurz zu sa­gen, er war nie wieder gewalttätig. Er ist jetzt ein nützlicher Mensch in dieser Welt.


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