Stanley Williams soll frei werden


  Endzeitprophetie  

Geschrieben von Epidophekles am 11. Dezember 2005 17:05:30:

Als Antwort auf: Stanley Williams - von 'Saulus' zum 'Paulus'? geschrieben von Epidophekles am 11. Dezember 2005 13:43:47:

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«Natürlich will ich leben»


Er ist 51 Jahre alt, weiss aber ziemlich genau, dass er seinen 52. Geburtstag wohl nicht mehr erleben wird. Vor 24 Jahren wurde er wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilt. Am 13. Dezember soll die Strafe vollstreckt werden, was im liberalen Kalifornien eine heftige Debatte ausgelöst hat.

Während sich die Gegner der Todesstrafe vor dem Gefängnis von San Quentin versammeln, bereitet sich Williams auf seine letzte Stunde vor. «Natürlich will ich leben!», sagt Williams, wenn er widerstrebend auf die Frage nach seinen Gefühlen antwortet. Wichtiger ist ihm die Botschaft, dass er nicht mehr derselbe Mensch sei, der 1979 bei mehreren Raubüberfällen vier Menschen getötet hat. «Es gibt heute keinen Teil von mir, der damals existierte», sagt Williams mit ruhiger Stimme.

In den vergangenen Jahren hat er Bücher für Jugendliche geschrieben, in denen er eindringlich vor dem Anschluss an eine Bande warnt. Seine Botschaft gegen die Gewalt hat er auch in Reden verkündet, bei denen er sich telefonisch an Versammlungen in Kirchen und Schulen wenden konnte. Und bei einem Bandenkrieg in New Jersey verfasste er ein «Friedensprotokoll», das einen Waffenstillstand zwischen den rivalisierenden Gruppen herbeiführte. Während Williams schon für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde und für sozial benachteiligte «Kids» der Grossstädte zum Helden geworden ist, blieben andere skeptisch. Die Vertreter von Verbrechensopfern sehen in ihm einen Scharlatan, der es ablehnt, die Verantwortung für seine Taten zu übernehmen. Beide Seiten bedrängen Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger...
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Mitgefühl entwickelt

Nach seiner Ankunft in der Todeszelle am 20. April 1981 war Williams zunächst noch der Kriminelle, der sich allein gegen die Gesellschaft stellt. Dann aber beschloss er, sich zu ändern. Der Häftling las alles, was er bekommen konnte, die Bibel, selbst ein Wörterbuch. Er lernte Sprachen, beschäftigte sich mit Theologie und Philosophie. Er habe gelernt, Mitgefühl und Empathie zu entwickeln, sagt Williams. Bei Nachrichten über tödliche Verbrechen habe er begonnen, die Opfer zu betrauern.

Williams gehörte 1971 zu den Gründern der «Crips», die die Strassen von Los Angeles unsicher machten. «Es gab keine grössere oder stärkere Gang als uns», schrieb er in seinen Memoiren. Am 28. Februar 1979 war er unter Drogeneinfluss mit drei Komplizen unterwegs, um einen geeigneten Ort für einen Raubüberfall zu finden. Sie kamen zu einem Getränkeladen in Pomona, wo der 26-jährige Albert Owens im Nachtdienst auf Kunden wartete. Williams befahl ihm nach Angaben der Staatsanwaltschaft niederzuknien und schoss ihm zwei Mal in den Rücken. Keine zwei Wochen danach brach er wieder mit drei Gang-Mitgliedern in ein Motel ein und erschoss drei Mitglieder einer Einwandererfamilie aus Taiwan im Alter von 43 bis 76 Jahren. Auch in diesem Fall wurde Williams im Prozess von seinen früheren Freunden belastet. Er selbst bleibt aber dabei, dass er die Schüsse nicht abgegeben habe.


Sohn ist auch im Gefängnis

Hinter Gittern verfolgte Williams, wie die von ihm mitgegründete Bande zu einer landesweiten kriminellen Organisation wurde. Auch einer seiner beiden Söhne schloss sich den Crips an und verbüsst jetzt eine Haftstrafe wegen Totschlags. Die Kampagne für das Leben von Williams wird angeführt von der ehemaligen Journalistin Barbara Becnel, die dem Todeskandidaten beim Schreiben von acht Büchern zur Seite stand. Zum Unterstützerkreis gehören Prominente wie Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, der Politiker Jesse Jackson, der Rapper Snoop Dogg und der Schauspieler Jamie Foxx, der in dem 2004 gedrehten Film «Redemption» die Person Williams' darstellt.

«Ich habe nicht viel Freude in meinem Leben erfahren», sagt Williams. «Aber hier drinnen», fügt er hinzu und zeigt auf sein Herz, «bin ich glücklich und friedlich.» Sein Leben sei jetzt in anderen Händen, und er werde alles akzeptieren, wie es komme. Nach dem Gespräch mit den Besuchern im Gefängnis reicht er den Aufsehern die Hände, sodass sie ihm Handschellen anlegen und ihn zur Todeszelle zurückführen können.

Kim Curtis, San Quentin



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  • Homepage für Stanley "Tookie'' Williams
    zum Buch "LIFE IN PRISON" von Tookie


    Bildbeschreibung

    Crips street gang co-founder Stanley “Tookie” Williams, left,
    has authored nine books against gang violence since 1996 and, in the process,
    been nominated for a Nobel Prize seven times
    – four times for the Peace Prize and three times for the Literature Prize.
    His life has become the subject for Redemption (2004),
    a major HBO motion picture starring Jamie Foxx, center, as Williams
    while on the right one finds journalist/children’s advocate Barbara Cottman
    Becnel who has become a major advocate for Williams’ life.











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