Wie christlicher Glaube in soziale Ethik umschlägt
Endzeitprophetie
Geschrieben von Epidophekles am 28. November 2005 15:29:56:
Als Antwort auf: Ordnung muss sein, aber welche? geschrieben von Epidophekles am 19. November 2005 13:38:08:
Die CVP Schweiz wird von der Kirche kritisiert, weil sie in einer Abstimmung für mehr bewilligte Sonntagsarbeit die Nase vorn hat. Dieser Kritik schliesse ich mich an.Das Argument der CVP zu ihrer Verteidigung der christlichen Ethik lautete, dass sie für die Menschen soziale Verantwortung tragen würde und wies unter anderem auf die Förderung von Arbeitsplätzen hin.
Ich finde das verlogen. Denn der Konsum hat erstens in etwa seine Grenzen erreicht und zweitens wird der Stress höher. Stress für jene Betriebe, die während der Woche dann weniger Einkünfte haben, und Stress für die Seele, die am Sonntag immer weniger Ruhe findet. Und das sollte das Hauptanliegen des C in ihrem Parteinamen sein.
Wir sollten freiwillig einen Tag in der Woche schützen, an welchem die Beschaulichkeit ihren Platz findet. Es müsste eine christliche Tugend sein, wo der Mensch sich Zeit zur Besinnung und mehr Distanz zur wirtschaftlich-materiellen Hektik nimmt. Weil nicht jeder das während der Woche kann, sollte ein Tag dafür geschützt bleiben.
Die CVP zeigt, dass sie sich Menschenwunsch und -wille anschliesst und Gottes Wille hinten anstellt. Sie verkehrt die Priorität im höchsten Gebot von der erstmaligen Liebe zu Gott zum Menschen und will sich damit menschliche Sympathie erkaufen. Sie missbraucht das göttliche Wort, was nicht ohne böse Folgen sein wird.
Wir müssten eigentlich in die andere Richtung gehen, wo der private Verkehr sonntags verringert und aller Verkehr ins und vom Ausland beschränkt oder gar unterbunden wird. Der Tourismus würde durch Beschränkung auf öffentliche Verkehrsmittel und Unterbindung des Durchgangs- und Auslandverkehrs nach einer gewissen Anlaufszeit eher gewinnen, denn ausländische Besucher würden vermehrt in der Schweiz übernachten und die Ausflügler sich anstatt mit eigenem Proviant im Wirtshaus verpflegen. Es würde eine ganz andere gemütvolle Stimmung einkehren und der zwischenmenschliche Kontakt oder anstelle dessen die Ruhe gepflegt werden.
Patent: Epidophekles
Macht's bekannt! - und tretet dafür ein.Es gäbe sicher in vielen Dingen bessere Lösungen, aber die Ausrichtung der menschlichen Motivation und Ziele sind ganz verkehrt. So geht es halt mit gierigem Blick nach Freiheit, Genuss und Besitz Richtung Abhängigkeit von unlösbaren Problemen.
Epidophekles
CVP in der Kritikgr. In den Stammlanden ist die CVP mit ihren Parolen nicht durchgedrungen. Trotz heftiger Kritik fühlt sich sie sich als Siegerin. «Die CVP bekommt ein Problem in den Stammlanden und mit ihrer katholischen Wählerschaft», ist Peter Oberholzer, Präsident des Ökumenischen Komitees für den Sonntag, überzeugt: «Die Christlichdemokraten haben mit ihrer Ja-Parole zur Sonntagsarbeit eine betrübliche Rolle gespielt.» Die CVP würde die kirchlichen Werte nicht mehr vertreten. So weit geht der Luzerner CVP-Kantonalpräsident Ruedi Lustenberger nicht: «Aber wir müssen innerhalb der CVP schon diskutieren, ob wir in solchen Fragen die Bodenhaftung etwas verloren haben.»
Generalsekretär Reto Nause indes wertet das Ja zur Sonntagsarbeit in grossen Bahnhöfen und Flughäfen als vollen Erfolg für die CVP: «Wir konnten uns sogar in den Städten positionieren und profilieren.» Zudem hegt er Zweifel, ob in den Stammlanden wirklich die CVP-Anhänger den Ausschlag für ein Nein gegeben haben. Auch CVP-Präsidentin Doris Leuthard ist überzeugt, dass der hohe Nein-Stimmen-Anteil in den Stammlanden nichts mit einem Denkzettel an die Adresse der CVP-Leitung zu tun hat.
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