Angst - Vertrauen


  Endzeitprophetie  

Geschrieben von albamireia am 09. August 2005 22:56:55:


Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren, bis er das Volk gehen ließe. Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein. Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen. Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst! und schrien vor Furcht. Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht! Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und sie traten in das Boot, und der Wind legte sich. Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!


Zum Sonntag (6.8.05)

Habt Vertrauen

Bei Kindern ist das Evangelium vom nächsten Sonntag besonders beliebt. Es erzählt aussergewöhnliche Ereignisse, die ihr Interesse wecken: Jesus, der über das Wasser gehen kann, und von Petrus wird gesagt, dass er es wagt, auf die Einladung Jesu hin auf dem Wasser zu ihm zu gehen und dass er Angst bekommt und beinahe untergeht.

Für uns Erwachsene liegt in dieser Erzählung ein tiefer Symbolcharakter. Das Geschehen hat mit unserm konkreten Leben, mit dem Glaubensleben zu tun. Wenn wir uns in die Vorkommnisse hineindenken, spüren wir, dass uns Petrus mit seinem Mut und auch mit seinen Angsterfahrungen sehr nahe steht.

Den meisten Leuten macht es Mut und es bereitet ihnen Freude, einen reizvollen Auftrag, der auch Mut fordert, entgegenzunehmen. Es ist ein Vertrauensbeweis: Ich mute dir diese Aufgabe zu. Wenn wir das Ziel nicht aus den Augen verlieren und uns die Freude am Auftrag nicht abhanden kommt, geht es gut. Manche Leute werden unsicher, wenn sie auf einem unbekannten Gelände sind oder wenn sie keinen festen Boden unter den Füssen spüren.

«Ins tiefe Wasser gehe ich nicht», sagte eine Frau im Schwimmbad. Ich brauche einen festen Boden unter den Füssen, sonst bekomme ich Angst. Sicherheit, einen festen Halt, sicheren Boden unter den Füssen, das wünschen wir uns wohl alle. Aber vieles haben wir nicht (mehr) im Griff. Heute ist so vieles unsicher und brüchig geworden: der Arbeitsplatz, der Friede, die menschlichen Beziehungen, die Gesundheit. Was manchmal so stabil und sicher aussieht, gerät plötzlich ins Wanken. Das Unbekannte, Risikoreiche löst Furcht aus.

Das Evangelium erzählt vom mutigen Petrus. Er folgt der Einladung Jesu und geht über das Wasser auf ihn zu. Er hat Vertrauen in Jesus. Solange er auf Jesus schaut, geht es gut auf dem bedrohlichen Wasser. Aber dann, wie sein Blick von ihm weggeht, und er nur noch auf den Sturm und die hohen Wellen schaut, wird er von der Angst gepackt. Er beginnt unterzugehen. Sein Vertrauen in Jesus ist weg. Die Angst ist bestimmend. Wenn die Gefahren mehr Aufmerksamkeit finden als das Ziel, ist der Untergang nicht aufzuhalten.

Das Wasser reicht Petrus bis zum Hals. Er kann sich selber nicht mehr helfen. Und er tut in seiner Notsituation das einzig Richtige. Er schreit um Hilfe: Herr, rette mich. Jesus lässt ihn nicht untergehen. Er streckt ihm die Hand entgegen. Nicht nur Petrus streckt Jesus die Hand entgegen. Wenn wir um Hilfe rufen, nimmt er auch uns bei der Hand.

Bismarck war einmal bei einem Bekannten eingeladen. Im Esszimmer hing ein Bild von Bismarck. Beim Betrachten seines Bildes sagte er: Das bin nicht ich. Er zeigte auf ein Bild im Raum, das den sinkenden Petrus darstellte und sagte: Das bin ich.

Schwester Caritas Hediger Appenzell



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