8. Vorausdeutungen auf die Menschwerdung Christi
Endzeitprophetie
Geschrieben von Hildegard am 28. März 2005 07:45:04:
Als Antwort auf: 7. Die Zeiten nach der Sintflut bis zur Menschwerdung Christi geschrieben von Hildegard am 28. März 2005 07:41:02:
8. Vorausdeutungen auf die Menschwerdung ChristiAlso erstreckt sich diese Zeit nach der Sintflut von Noach bis zur Menschwerdung Meines Sohnes, der die, die an Ihn glauben, zu geistlicher Einsicht bekehrt. Damals brach eine andere Zeit an, die nicht dem Fleisch, sondern dem Geist nach zum Leben führte.
An Noach habe Ich nämlich viele Wunder geoffenbart, wie Ich auch bei Meinem ersten Erscheinen an Adam sehr viele Wunder vollbrachte. Denn wie Ich in Adam alle künftigen Menschen voraussah, so habe ich auch in Noach das neue Zeitalter, das heraufkommen sollte, im voraus bezeichnet. Denn aus seinem Sproß gingen die stärksten und eifrigsten Propheten hervor, die ihre Zunge schärften und das, was sie im Heiligen Geist sahen, freimütig verkündeten, nämlich daß Gott Sein Wort, das vor aller Zeit in Ihm war, in die Welt senden werde. Und Es ist so Fleisch geworden, daß die ganze Welt darüber staunt. Und um dieses Wunder zu verkünden, durcheilten ihre Stimmen schnell die Welt, als sie beteuerten, daß der Schönste von allen Menschenkindern (vgl. Ps 45,3) auf die Welt kommen werde.
Aber auch die Vernunft spricht
zuerst, und nach diesem Sprechen wird das Werk ausgeführt. Denn wenn das Sprechen nicht vorausginge, würde das Werk nicht nachfolgen. Die Welt nämlich und den Menschen hat Gott durch Sein Wort ausgesprochen. Das Wort, das ohne Anfang ist, sprach ein bestimmtes Wort, aus dem die Welt sich ein Gewand anlegte, damit Gott, wenn der Mensch gesündigt hätte, sich aber zu Gott bekennen würde, ihn mit diesem Gewand wieder an sich ziehen könne. Und wenn deshalb das Wort dieses Gewand nicht angezogen hätte, würde der Mensch nicht geheilt, wie auch der verlorene Engel nicht gerettet werden wird. Und wie könnte es sein, daß Gott nicht die Schöpfermacht hätte, den wieder an seinem Platz einzusetzen, der sich von Ihm entfernt hatte, da er Ihn doch reuig bekennt? Wie es nämlich dem allmächtigen Gott gefallen hat, den Menschen zu schaffen, so hat es Ihm auch gefallen, den zu erlösen, der auf Ihn vertraut. Deshalb hat Er auch die Prophetengabe geheimnisvoll ausgehaucht und umschattet entsandt, bis Er Sein Werk vollendete. Aber bevor Er es zur Vollendung führte, wies Er durch vorausgehende Zeichen darauf hin. Denn dem Noach zeigte Er die Arche, Abraham gab Er die Beschneidung, Mose aber lehrte Er das Gesetz, damit die Erregung der Leidenschaft, die sich wie die Zunge einer Schlange regt, durch diese
verwirrt werde. Und wie der Teufel durch Tiere den Menschen getäuscht hatte, bevor der Heilige der Heiligen kam, so sollte bei den heiligen Handlungen für Gott der Teufel durch die Tier zertreten werden. Diese drei Zeichen gingen dem Gottessohn voraus: Die Schlachtopfer, die Beschneidung und das Gesetz, und Er selbst wollte diese erleiden und an sich vollenden lassen gemäß den Worten der erleuchteten Propheten, die sowohl von Gott als auch von allen Übeln des Nordens redeten. Denn solange die alte Schlange gegen Gott kämpfen will, wie sie auch im Himmel gegen Ihn kämpfte, geht sie auf die Menschen los und rät ihnen, sich selbst Gott entgegenzustellen und das, was sie mit Augen und Händen erfassen, als Gott zu verehren, wie sie es ihnen an Baal und anderen Götzen zeigte. Aber wie niemand Gott zu begreifen vermag noch irgendjemand Sein Werk vollenden kann, so kann auch der Teufel den Menschen nicht fassen, außer wenn der Mensch auf seine Einflüsterung hin nach ihm lechzt. Und dann freut er sich in seiner Bosheit sehr, daß er das Werk Gottes besiegt, indem er so sein Spiel mit ihm treibt.
Denn wenn auch der Teufel spürt, daß der Mensch wirken kann,
erkennt er doch keineswegs, was dieser wirken will.
Und wenn er eingesehen hat, daß er nach Gott aufseufzt,
so daß er seine Werke auf Gott setzt, weil er durch Ihn erschaffen ist,
dann tritt er mit seiner Einflüsterung an ihn heran und sagt:Da du doch die Möglichkeit hast, zu tun, was du willst,
warum erbittest du dir dann dein Werk von einem anderen?
Und warum wird es dir schaden, die Werke zu verwirklichen, die du kannst,
während jener, den du deinen Schöpfer nennst, sein Werk geschaffen hat, wie Er wollte.Und so täuschte er ihn durch seine Einflüsterung.
Deshalb bezeichnet der Nordwind diese Einflüsterung und Überredung. Denn wie dieser ein ganzes Haus völlig zerstört, so führt auch diese teuflische Einflüsterung die Sinne des Menschen in eine solche Vergessenheit, daß er die Einhauchung Gottes vergißt und nicht zu Gott aufseufzen kann. Auch den Geisthauch seiner Seele, der zu Gott aufseufzen müßte, schneidet er ab und entflammt diesen Menschen zu den Sünden, die er mit seinem Leib begehen kann. Denn bei dem Einblasen dieser übelriechenden Einflüsterung vertraut er darauf, die Seelen auch der vernünftigen Menschen an sich ziehen zu können, wie ein Wurm, der im Schlamm liegt, aus seinem schmutzigen Saft andere Würmer hervorbringt. Er führte die Menschen zu so verkehrten, stinkenden Taten, daß sie ihre Knie vor Baal und den anderen Götzenbildern beugten, aus deren Mund ein unreiner Geist ertönte und zu ihnen sprach, und sie so unzüchtige Handlungen lehrte. Denn am Anfang kamen von Geschlecht zu Geschlecht (vgl. Ps 85,6) Völker, deren entsetzliche Gesinnung sich wegen der Begierde des Fleisches von Gott abwandte.Aber dennoch brachte, wie vorher gesagt war, Gott durch die Arche die Gerechtigkeit; durch die Beschneidung, die wie ein Stahl war, verwundete er den Teufel, so daß auch die Begierde, die die alte Schlange ausgeblasen hatte, durch sie bloßgestellt wurde. Durch das Gesetz jedoch, das Er mit Seinem eigenen Finger schrieb (vgl. Dtn 9,10), verwirrte er sie. Er dachte wieder daran, daß Er mit Seinem Finger den Menschen geschaffen hatte. Voraus aber ging als Dienst für den Menschen die Schöpfung. Aus ihr nahm der Mensch reine Tiere und brachte dem allmächtigen Gott zum ersten Mal ein Opfer dar. Was aber Abel begann, das vollendete das Gesetz ganz, indem es verkündete, daß der Mensch, der von dem Tier, von dem er sich ernährt, eine Opfergabe darbringt, sich selbst als Opfergabe Gott darbringt.
Und wie die Sonne den Mond sowohl beim Zunehmen als auch beim Abnehmen als Untergebenen hat, so hatte auch der Gottessohn, die wahre Sonne, das Gesetz in Sich, das in Ihm wuchs, als Er es erfüllte und das in Ihm sein Ende nahm, als Er sich Gottvater opferte. Und wie durch Seinen Tod eine Verfinsterung der Sonne entstand, die aber danach wieder die ganze Erde erleuchtete, so wollte dieser Sohn Gottes, daß der Mensch Ihm entsprechend leuchte. Er sollte auf Seinen Tod blicken und dabei erwägen, was er tun muß. Wie der Pflug mit den Zugtieren die Erde umwirft, in die Samen gesät wird, der viele Früchte trägt, von denen sich die Menschen ernähren, so hat auch das Gesetzesvolk in den Geboten Gottes geschriebene Buchstaben erhalten; aber am Ertrag ihrer Frucht hat es sich nicht gesättigt, weil es nicht erkannte, was in den Buchstaben verborgen war. Der Sohn Gottes aber enthüllte durch die Samen Seiner Worte den Gläubigen, daß sie, von Seinem Fleisch und Blut gesättigt, das Leben haben. Auch das war in den göttlichen Geheimnissen verborgen, und Er offenbarte es durch sich selbst.
- 9. Verschiedene Arten der Nachfolge Christi Hildegard 01.4.2005 00:32 (0)
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