Kaleidoskop der Innenwelt


  Endzeitprophetie  

Geschrieben von Epidophekles am 18. Dezember 2004 06:42:16:

Als Antwort auf: Des Seins verwunderte Glücksflüge geschrieben von Epidophekles am 12. Dezember 2004 11:01:48:

.

.

Liebe Freunde der Besonderheit,
- und liebe Freunde der Besonnenheit!

Wiederum bewegt sich einiges in meinem Innern, und wiederum ist es schwierig, mich da zurechtzufinden. Ohne Schreiben geht es leicht dahin, knüpft sich Gedanke an Gedanke. Und wenn ich mich hinsetze, um das mitzuteilen, was für alle bedenkenswert ist, fürchte ich, es nicht zusammenzubringen, was sich innerlich so regt.

Man fragt mich sicher gerne, warum ich das denn so hinausschrei(b)en möchte, hoch oben herab vom Elfenbeinturm.
Eine Antwort habe ich parat, mich beschäftigt aber noch Dringlicheres. Wie gesagt, ist da so viel, das ab und zu zur Aussage drängt und mich fragen lässt, welchen Weg da einzuschlagen sei und was der Antrieb zu solcher Arbeit sei, ob das nötig, richtig oder falsch.

Gestern abend erlebten wir gemeinsam einen wunderschönen Gesangs- und Musikabend. Bauern-Söhne und -Väter sangen, was ihr Herz und ihre Kehlen an Harmonien hergaben. Ich sah mich oft wie im Himmel, von den Flügeln der Seele getragen - und gleichzeitig war da eine schmerzliche Wehmut, rührte mich zu Tränen, Tränen der Freude und der Trauer gemeinsam vermischt, wie - warum - ich weiss es nicht (oder doch?). Ich unterdrückte sie. Und dies wiederum liess mich fragen, wo ich mich denn befände und wie mein Innenleben denn beschaffen sei, um sich einerseits so abgeschnitten vorzukommen und andererseits diese herrlichen Freuden höchsten seelischen Genusses im Kreise einer so grossen, gleichgesinnten Gesellschaft empfinden zu können?

Ich sah die Menschen, die weit über meine eigenen Fähigkeiten hinweg ihre Gesangskunst offenbarten; ich sah die Gemeinschaft, ihr Zusammenwirken und Aufeinanderabgestimmtsein, die himmlische Harmonien erahnen liessen und mich fast glauben machten, ich hätte mich hier in der Wirklichkeit des menschlichen Glücks, des Friedens und der Freude wiedergefunden, aber doch nur als selbst unfähiger Teilhaber und ausserhalb dieses Raumes ein verirrter Pessimist im Dunkel einer unwirklichen Welt, die mir sonst doch so unheimlich wirklich erscheint: der Alltag, die Geschehnisse, in denen der Mensch mitgerissen wurde, geplagt von Ängsten, durch schwere Bedrücktheit und Schicksalsschläge aller Art; es ist da die Bewegung der Masse, ihr Trott im Fluss des Alltags, der unmittelbar geprägt ist von Banalitäten und von sich stets wiederholenden Zwängen im Prozess des Wirtschaftslebens, der vorgefassten Meinungen, übler Gewohnheiten, gefangen von unsichtbaren Ketten, von unsichtbarer Hand ausgelegt....

Wie leicht ist es doch, innerlich Dinge wahrzunehmen, die nur sehr schwer in Worte gefasst werden können! - und wie schnell wird es kompliziert und schwierig erfassbar, wenn mein Geist zu erkennen glaubt und es mitteilen will!

Und ich bin nicht der einzige, der von einer Botschaft beseelt ist, nein! - um Gottes Willen! Ich bin e i n 'Sänger' unter vielen, einer, inmitten einer riesigen Anzahl von Menschen, die alle wiederum und anders ihr Leben hinaustragen möchten und es auch tun, um zu spüren, dass sie sind . . . .

Manchmal verliere ich mich selbst wieder, weiss gar nicht mehr, warum ich so bin und für mich diesen Weg gewählt habe. Dann zweifle ich - und leide damit. Aber es gibt da einen wunderbaren und heilsamen Weg aus diesem Nebel, der mir glücklicherweise ganz offen steht: der Weg in die Stille, des Gebetes und der Hingabe. Wenn der einigemale schon beschritten wurde, finden sich dort zunehmend mehr Schätze im Lichte Gottes - des HERRN.

Warum kommt mir nun Barus in den Sinn, was hat er mich gefragt, worauf wollte er hinaus?
(soll ich nun an dieser Stelle auf dich eingehen, lieber Barus, mich rechtfertigen? - nein, warte nur)

Du kamst mir in den Sinn, weil da eine sehr grosse Welt in und um uns ist und wir doch allzuoft den kleinsten Teil nur sehen, und nicht einmal alles, was in unserer allernächsten Nähe vor sich geht. - O ja, der Mensch braucht einen Schutz vor der Grösse des Alls und der immensen Möglichkeiten des Seins, er darf gar nicht alles sehen und wahrnehmen, jetzt, in seinem derzeitigen Zustand, sonst würde er erdrückt, getötet. - - - Und - hallooo! - rufe ich mir selbst zu, - hallo!, frage dich selbst, was du hier tust .... willst du dem entgegenwirken, versuchst du nicht gerade auch jetzt, Allzugrosses mitzuteilen, hinauszuposaunen, Trommeln zum Bersten zu bringen? Ich frage mich, ob ich nicht eben jetzt und immer wieder versuchen würde, diese Grösse darzustellen, herauszuschälen, mitzuteilen, die Trompete erschallen zu lassen zum Weckruf der schlafenden Seelen (auch meiner!)?

Es ist ja aber doch nur ein kleiner Teil, der hier mitliest, es sind ja nicht alle, denen ich zurufe, ins Gewissen oder ins Herze spreche. Mögen das alles Freunde der Wahrheit, der Liebe und der Tiefe sein, solche, die mich verstehen in meinen Selbstreflektionen und Beobachtungen! - Andere führen Tagebuch oder Gespräche, je nach Möglichkeit, Lust und Liebe, ich aber bin hinausgetreten und habe gemerkt, dass ich damit vieles auslösen kann, das sonst verborgen bliebe, ungenützt, im Todesschlafe verharrend. Ja, ich bin auch eigennützig, denn es hilft mir, mich zu finden und zu erkennen, wenn ich mich hier präsentiere, in mich forsche und die klare Linie zu finden suche, die das Leben zeichnet (!?!). Und ich weiss, dass diese Selbstbezogenheit ein Übel ist, also quält mich auch von daher wieder eine Frage, und zwar, ob ich es sein lassen soll und mich in den Trott einfügen soll, wo jeder still für sich bleibt, sein Inneres geheimhält oder nur im kleinsten und vertrauten Kreis sich ein wenig öffnet. Ich frage mich, ob ich etwas verbergen müsse, ob ich jemandem schade, wenn ich mich zu öffnen versuche, mich ganz frei ins Leben werfen möchte, wo letztendlich das Lob auf Gott den Schöpfer seinen Triumph feiern will !?! - Dass es einigen verwehrt ist, sich auszudrücken und sie allein stehen mit ihrer Last des inneren Werdens, heisst doch nicht unbedingt, dass ich es ihnen gleichtun soll und muss? - Dass die Gefahr der Selbstbespiegelung und Selbstbeweihräucherung besteht, darf doch nicht in alle Ewigkeit ausschlaggebend dafür sein, dass ich mich absondere und still schweige über die Vorgänge, denen alle Menschen irgendwann und irgendwie begegnen; ist das nicht wahr?

Jetzt wird es zu kompliziert, denke ich.
Ich versuche, den Faden wiederzufinden.
Das Posting wird lang.

Auch darüber liesse sich referieren, worauf man doch alles Rücksicht nehmen muss, wenn man alle Meinungen berücksichtigen wollte...

Was steht denn an, warum begann ich zu schreiben?
Unmöglich, das umfassend auszudrücken!

Was also ist vordringlich? - Immer und stets der Freude nachzugehen, die inmitten dieser Welt ausgelöst werden kann, wenn Menschen wie du und ich einer Kunst Ausdruck verleihen, die göttliche Fertigkeiten erkennen lassen und göttlichen Segen offenbaren, wie z.B. Musik und Gesang es können? - Stellt Euch dabei höchste Kunst vor, natürlich hervortretende Kunstfertigkeit von Stimmen, von Charakteren und Gefühlen. - Ein Freund von mir erhob da z.B. seine Stimme in seltsamer Stärke und Ausdruckskraft, wie ich sie mir nicht besser vorstellen konnte, wie ich sie in seltenen und in den schönsten Momenten vielleicht schon einmal im Rundfunk hörte oder in unbewussten Momenten seelischer Erhebung im Traume, wo die Seele ihrem Ziele nahe schien und die ganze Kraft der Wehmut und Freude als gottgeschaffenes, eigenständiges Wesen - mit Verharrungstendenzen - zum Ausdruck brachte ....

.... ich frage: ist es ein Freund, jener? Was für ein Freund ist er? Warum mache ich ihn mir zu einem Freund, ohne dass er davon weiss? Darf ich einen Schatz heben, der vielleicht nur in meiner Vorstellung goldglänzend und in Samt gebettet ist? - Dieser "Freund" war einst mein Vorgesetzter; er war mir wie ein Freund. Als ich in Not kam, hatte er diese Stelle nicht mehr inne, musste aber zusehen, wie es mir an den Kragen ging. Ich verstand ihn in seiner Pflicht, mich dem Urteil der Geschäftsleitung zu überlassen und verstand mich in meiner Bedeutungslosigkeit... doch frage ich mich auch, ob er mir vielleicht gar kein Freund ist, ob nur ich ihn so sehe? Hat er nur das Gesicht wie ein Freund oder ist er einfach schwach wie du und ich, obwohl er doch so stark erscheint? ....

Er war aber nicht der beste Sänger. Es gab da noch liebevollere, mit ernsthafter, erhebender und starker Kraft beseelte Stimmen! Die erhoben mich in den Himmel, liessen mich nicht wie jene Gospelstimme in der Welt der Sehnsucht zurück, sondern trugen mich in lichte Höhen, hoben mich mit Leichtigkeit hinauf in höchste Gefilde seligen Glücks, dorthin, wo die Seele Atem holen kann und Lobpreis singt dem Vater aller schönen Dinge, wo Seine Grösse nahe rückt und die Liebe unnennbar quillt und unvergesslich wirkt. Und diese Nähe ist beim Vater, ist beim Herre Jesu Christ, welch Wort! Ich sehe IHN, habe IHN gesehen, begegne IHM ständig wieder, in stets heiligerer Ergriffenheit. Noch klein bin ich, verborgen ist Sein Sein - und doch ist manchmal ein Erleben, das Seine Grösse offenbart, mir Glück ins Herze schüttet und das Gemüt erweicht; ich kann es nicht zum Ausdruck bringen, wie mächtig ER mich preist! Ja, es ist so, das Glück, das ER mir schenkt, ist Sein Preis für meine Sehnsucht nach Wahrheit und Gerechtigkeit, nach Liebe, Geborgenheit und Lebendigsein. - Ihr solltet es hören und eure Seele mit emporheben lassen, Euch vorstellen, wie sich die Stimme erhebt, so auch die Seele, voller Dankbarkeit und Freude aus innerem Beweggrund, der nur als Segen aus höchster Vaterhuld verstanden werden kann und unvorstellbar beseligend ist.

Ich drehe nicht auf, ich suche nach Worten. Wenn ich sowas erlebe, würde ich gerne mich übergeben den Tränen und mit der Seele entschwinden in fremde Sphären, wo wohl ihre Heimat sein muss. Dann kommt mein Eingriff, ein Eingriff des Verstandes, in dieses Erleben, bringt mich in Fassung, lässt mich fragen, warum ich so fremd hier sein muss .... ich sehe die Vielfalt der Schönheiten, sehe die Menschen, die Glück mit sich tragen, in ihm erblühen und sich verschenken - und ich versuche mich Menschen zu nähern und diese wunderbaren Kostbarkeiten zu heben, suche die Menschen zu erwecken und ihnen bewusst zu machen, wie sie ihren Frieden und ihr Glück finden können.... doch ich fühle mich jetzt sehr klein und unbedeutend, denn sie haben es ja schon, sie sind beschenkt und treten auf und singen es hinaus, laut schallend und in aller Öffentlichkeit! Sie berühren Seelen und bewegen Herzen, bringen Glück - für einen kurzen Moment. - Und ich? - ich glaube, Grosses verkündigen zu müssen, aber kämpfe wie hinter einer riesigen Wand, wo ich nur als komischer Kauz - entfernt verstanden, verachtet oder bemitleidet werde. (???) Ich könnte in den Boden versinken! Welch eine Überheblichkeit von mir, mich besser zu dünken, zu glauben, schier der einzige zu sein, die Glücksbotschaft zu verkünden :-( Das macht mich sehr nachdenklich, immer wieder - besonders gestern.

Und dann sehe ich die Welt wieder, wie sie ohne Gesang und ohne Klang ist. Wohin treibt sie, wo ist sie angekommen? Wie arm ist sie dran! - Geht sie nicht vorbei am Heil, am eigentlichen Glück? - - - Ist es denn 'bloss' die Einsprache Gottes, das Mitteilen der Engel, die Menschen erfasst, um uns Seine Herrlichkeit erfahren zu lassen, ihre Begegnung ermöglichen? Sind sich die Mittler, die Träger der Gaben, dessen weniger bewusst, was sie uns sagen? - Aber sie freuen sich sichtlich dabei! -

Um zum Schluss zu kommen, möchte ich zusammenfassend sagen, wie komplex alles ist, wie beobachtend wir sein und die Spirale erkennen können, die sich windet hinauf, an Vorläufigkeiten und an Unwägbarkeiten vorbei in endlose Räume.... die genug "Platz bieten", so "eng" zu sein, dass wir uns "nicht verlieren", sondern erst recht finden im blühenden, frohen, erquickenden Sein .... zusammen in Allem .... gemeinsam in wirksamem Sein, lebendig und göttlich, getragen von GottVater, im Herzen des Alls, ganz nahe der Hand, die Jesus uns reicht.

Herzlich erregt
Epidophekles


("Erregt" - wieder ein Wort für die Waagschale der Kritik ....
- Alles nur bruchstückhaft zusammengegriffen, lückenhaft von sich lassend .....
- mit Fortsetzungen später - so Gott will ....)


Ich muss sagen: das Eigentliche habe ich noch nicht gesagt,
es bleibt noch Vieles in der Schwebe...


.


Antworten:


  Endzeitprophetie