Wahre Umkehr - bewusster Willensentscheid


Gerichtszeit

Geschrieben von Epidophekles am 16. Juni 2004 14:38:48:

Als Antwort auf: Umkehr hier oder im Jenseits. geschrieben von Guerrero am 10. Juni 2004 22:04:34:

>Estimado Epi.
>1.
>Das Ziel ist es,
>hier auf dieser Erde,
>in diesem Leben,
>die "Wiedergeburt" zu erreichen.
>Also zu Gott zu finden.
>Gott zu finden.
>
>Doch was ist mit denjenigen,
>die das nicht schaffen?
>Diese haben dann "Drüben" ihre vielen Wohnungen,
>wo sie ihrem Reifezustand,
>ihrem Entwicklungsstand entsprechend "Zuhause" sind,
>um dann dort weiter reifen zu können,
>um Gott näher zu kommen.


Hallo Guerrero

Eben ja, das meine ich auch,
das Ziel auf dieser Erde ist es,
Jesus zu erkennen und IHM nachzufolgen.

Wenn aber das zweite in den Vordergrund gestellt wird,
dass das Jenseits erst das Heil bringt, ist es völlig verkehrt!
Und zudem lehrt uns Jesus, dass nur auf Erden
das höchste Ziel erreicht werden kann: die Gottes-Kindschaft !


>2.
>Kommt das "Böse" zum Ausbruch, so es sichtbar.
>Das "Böse" das im Menschen ist, wird durch die Tat sichtbar.
>Auch wenn der Täter das "Böse" noch nicht als "Böse" einsehen will, so sind doch die Betroffenen und die Gesetze gegen den Täter gerichtet, so dass dieser die entsprechenden negativen Folgen erlebt. Er lernt also daraus. Er kann zum Schluss kommen, es ist besser wenn ich nicht weiter ander Leute bestehle und verletze, weil ich sonst immer länger im Gefängnis bin.
>Oder er kommt so weit zu erkennen, dass dies eine "Böse" Tat ist, seinen Mitmenschen gegenüber, und er darum aus Überzeugung nicht mehr stehlen will.
>Im ersten Fall ist er unter dem Gesetz.
>Er ist nicht frei.
>Er beendet das Stehlen und Körperverletzen,
>weil ihm die Folgen (Gesetz)
>nicht schmecken. (Zwang)

- oder aus der 'Erkenntnis' um des eigenen Vorteils willen.

>Im zweiten Fall
>beendet er seine bösen Taten aus Überzeugung.
>Aus freiem Willen.
>Er steht nicht mehr unter dem Gesetz, sondern über diesem.
>Das Gesetz ist für ihn nicht mehr relevant.
>Er hat erkannt und angenommen,
>dass man seine Mitmenschen nicht schaden sollte.
>Saludo
>Guerrero


Reflexion über das eigene Verhalten ist nur im Verbund mit dem Verstand möglich.
Das Tier lernt zwar auch aus seinem Verhalten und dessen Folgen (siehe Dressur),
aber der Mensch kann sich selbst beobachten, wahrnehmen und darüber nachdenken.
Und damit liegt eine grosse Handlungsbreite zur Auswahl vor.

Die Entscheidung zu einer Handlungsweise, wie sie Jesus uns lehrte und empfahl, ist der bewusste Gang zur Liebe - aus freiem Willen heraus. Diese Entscheidung ist eine Frage des Glaubens an Seine Worte und an Sein Beispiel. Um solchen Glauben überhaupt aufbringen zu können, erfordert es bereits ein gewisses Mass an Liebe zu IHM
und Zurücksetzung des eigenwilligen und irdisch geschulten Verstandes. Dazu ist unser Wille als Ganzes gefordert, welcher uns erst als eigenständige Individuen auszeichnet - geeint in Gottes Willen. Der trennende Verstand fällt weg, an deren Stelle tritt ein neues Denken aus dem Herzen.

Wenn jedoch die Seele im "Jenseits" ohne die Fähigkeit des Verstandes, wie wir ihn definieren, auskommen muss, fehlt gerade jene Fähigkeit, welche verschiedenste Gedankengüter sondiert und reflektiert, um erst mit Hilfe von Willensentscheiden - je nach Herzensausrichtung - bewusst sein Leben zu gestalten. Dann wird es für eine Wandlung seiner selbst sehr schwierig, denn dann wird es wieder ein Lernen aus Tat und Folge und nicht mehr aus freier Wahl heraus.
Nur wer auf Erden ins wahre Bewusstsein gefunden hat, der kann im 'Jenseits' auch ohne das fleischliche Gehirnorgan denken, da er ja mit dem 'Herzen' denken gelernt hat.
Wahrhaft weise wird nur der Mensch, der unter den grossen Verführungen im Diesseits und mit Hilfe des eigenen Denkvermögens den Schritt zum Glauben an Gottes übergrosse und unfassbare Liebe tat, die trotz Verstandestätigkeit nicht fassbar blieb. Denn dann fliesst ihm die Liebe Gottes zu und die aus dem auf Erden gewonnenen Bewusstsein geborene Weisheit beginnt die Liebe heilsfördernd und unter Einsatz der Willenskraft weiterzuleiten.

Also: aus dieser Sicht - wenn sie stimmt - ist ein Ausreifen im Jenseits sehr schwierig und nur begrenzt möglich.
Was Anita Wolf schrieb, führt in eine falsche Richtung, führt zur Vernachlässigung irdischer Verantwortlichkeit der Seele gegenüber und richtet sich gegen die Notwendigkeit zum Glauben an Gottes Liebe.
Glaube aber beinhaltet die demütige Haltung, nach der wir uns als Geschöpfe fühlen und Gott nun einsprechen lassen möchten.

Gruss
Epidophekles




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