Re: Die sieben Eigenschaften Gottes (J. Lorber)
• Gerichtszeit
Geschrieben von Federchen am 15. Juni 2004 14:49:42:
Als Antwort auf: Die sieben Eigenschaften Gottes (J. Lorber) geschrieben von Epidophekls am 14. Juni 2004 11:04:00:
Ich wollte dir auch noch danken, lieber Epi, für die Blümlein des Franziskus. Ich befand mich auf seinen Wegen in diesen Tagen und so war es eine freudige Überraschung diesen Text, von deiner lieben Barbara abgetippt, zu lesen. Ich kannte ihn noch nicht.
Im Sommer bin ich 4 oder 5 Wochen in der Schweiz. Mal sehen wie mir die Luft bekommt. :-)alles liebe
Federchen
>Aus Lorbers grossem Johannes-Evangelium, 18. Kapitel:
>(Dank an Dirk!)
>
>[GEJ.07_018,03 ff. ] Unter der mystischen Zahl Sieben wird verstanden das vollkommen ursprünglich Göttliche und Gottähnliche in jedem von Ihm ausgehenden Gedanken und in jeder von Ihm gefaßten und wie aus Sich hinausgestellten Idee.
>Das erste in Gott ist die Liebe.
>Diese läßt sich finden in allen geschaffenen Dingen;
>denn ohne sie wäre kein Ding möglich.
>Das zweite ist die Weisheit als das aus der Liebe hervorgehende Licht.
>Auch diese kannst du in jedem Wesen in seiner Form ersehen;
>denn für je mehr Licht ein Wesen empfänglich ist, desto entfalteter,
>entschiedener und schöner wird auch seine Form sein.
>Das dritte, das aus der Liebe und Weisheit hervorgeht, ist der wirksame Wille Gottes.
>Durch ihn bekommen die gedachten Wesen erst eine Realität, daß sie dann wirklich sind und da sind,
>– ansonst wären alle Gedanken und Ideen Gottes eben das,
>was deine hohlen Gedanken und Ideen sind,
>die niemals ins Werk gesetzt werden.
>Das vierte, das wieder aus den dreien hervorgeht, ist und heißt die Ordnung.
>Ohne diese Ordnung könnte kein Wesen irgend eine bleibende und stetige Form
>und somit auch nie einen bestimmten Zweck haben.
>Denn so du einen Ochsen vor den Pflug spanntest, und er würde seine Form und Gestalt verändern, zum Beispiel in einen Fisch oder in einen Vogel, würdest du da wohl mit ihm je einen Zweck erreichen?
>Oder du wolltest eine Frucht essen, und sie würde dir vor dem Mund zu einem Steine werden, – was würde dir die Frucht nützen?
>Oder du gingest irgendwohin auf festem Wege, und der Weg würde dir unter den Füßen zu Wasser, – könnte dir da selbst der festeste Weg etwas nützen?
>Siehe, alles das und zahllosfach anderes wird verhütet durch die göttliche Ordnung als den vierten Geist Gottes!
>Der fünfte Geist Gottes aber heißt der göttliche Ernst,
>ohne den kein Ding als etwas Bestehendes möglich wäre,
>weil er gleich ist der ewigen Wahrheit in Gott
>und erst allen Wesen den wahren Bestand,
>die Fortpflanzung, das Gedeihen und die endliche Vollendung gibt.
>Ohne solchen Geist in Gott stünde es mit allen Wesen noch sehr schlimm.
>Sie wären gleich den Fata-Morgana-Gebilden, die wohl etwas zu sein scheinen, solange sie zu sehen sind;
>aber nur zu bald ändern sich die sie erzeugt habenden Bedingungen, weil in ihnen kein Ernst waltet,
>und die schönen und wunderbaren Gebilde zerrinnen in nichts!
>Sie sind zwar auch sehr wohlgeordnet anzusehen, aber weil in dem sie hervorbringenden Grunde kein Ernst waltet, so sind sie nichts als leere und höchst vergängliche Gebilde, die unmöglich einen Bestand haben können.
>
>Wo die höchste Liebe,
>die höchste Weisheit,
>der allmächtige Wille,
>die vollkommenste Ordnung
>und der unwandelbar festeste Ernst
>vorhanden sind,
>da muß doch offenbar auch
>die höchste und ewig nie erreichbare Geduld
>vorhanden sein;
>denn ohne sie müßte sich alles überstürzen
>und endlich in ein unentwirrbares Chaos der alten Weisen übergehen.
>Wenn ein Baumeister ein Haus aufbaut, so darf er doch nebst seinen anderen dazu erforderlichen Eigenschaften auch die Geduld nicht außer acht lassen; denn fehlt ihm diese, so – glaube es mir – wird er mit seinem Hause niemals zurechtkommen.
>Ich sage es dir: Wenn Gott diesen Geist nicht hätte, so leuchtete schon gar endlos lange keine Sonne einer Erde im endlosesten Raume, und in der Welt der Geister sähe es ganz absonderlich, gänzlich wesenlos aus.
>Die Geduld ist die Mutter der ewigen, unwandelbaren Barmherzigkeit Gottes,
>und wäre dieser sechste Geist nicht in Gott, wo und was wären dann alle Geschöpfe dem allein allmächtigen Gott gegenüber?!
>Wenn wir nun denn auch irgend fehlen und uns dadurch offenbar dem vernichtenden Fluche der göttlichen Liebe, Weisheit, des göttlichen Willens, dem Sein Ernst offenbar wegen der vorangegangenen Ordnung folgt, preisgeben, so stoßen wir an die göttliche Geduld, die mit der Zeit dennoch alles ins Gleichgewicht bringt und bringen muß,
>denn ohne sie
>wären alle noch so vollkommenen Geschöpfe
>dem ewigen Gerichte des Verderbens anheimgestellt.
>
>Die göttliche Geduld würde mit den vorangehenden fünf Geistern in Gott wohl einen oder auch zahllos viele Menschen auf den Weltkörpern erschaffen und sie auch gleichfort erhalten;
>aber da würde ein Mensch oder auch zahllos viele Menschen im schweren Fleische eine endlose Zeit fortleben, und von einem endlichen Freiwerden der Seele aus den Banden der Materie wäre da schon ewig lange keine Rede.
>Zugleich würden sich Tiere, Pflanzen und Menschen gleichfort mehren und am Ende in einer solchen Anzahl auf einem raumbeschränkten Weltkörper so eng zusammengedrängt wohnen, daß da einer dem andern nicht mehr ausweichen könnte.
>Das ist aber nur zu verstehen, wenn ein Weltkörper unter dem Walten der endlosen göttlichen Geduld je noch dahin reif werden würde, daß er Pflanzen, Tiere und Menschen tragen und ernähren könnte.
>Ja, es ginge mit den alleinigen dir bis jetzt bekanntgegebenen sechs Geistern sogar mit der Erschaffung einer materiellen Welt unendlich saumselig her, und es wäre sehr zu bedenken, ob da je eine Welt zum materiellen Vorscheine käme.
>
>Aber die Geduld ist,
>wie schon gesagt,
>die Mutter der göttlichen Barmherzigkeit,
>und so ist der siebente Geist in Gott eben die Barmherzigkeit,
>die wir auch die Sanftmut nennen wollen.
>Diese bringt alles zurecht.
>Sie ordnet alle die früheren Geister und bewirkt die rechtzeitige Reife einer Welt sowohl, wie aller Geschöpfe auf ihr.
>Für alles hat sie einen bestimmten Zeitraum gestellt, und die reif gewordenen Geister können demnach bald und leicht der vollen Erlösung gewärtig werden und in ihre ewige Freiheit und vollste Lebensselbständigkeit eingehen.
>Dieser siebente Geist in Gott bewirkte denn auch, daß Gott Selbst das Fleisch annahm, um dadurch alle die gefangenen Geister aus den harten Banden des notwendigen Gerichtes der Materie in möglichster Kürze der Zeit zu erlösen, darum auch dieses Sein Werk – die Erlösung – die Neuumschaffung der Himmel und der Welten und somit das größte Werk Gottes genannt werden kann, weil in diesem alle die sieben Geister Gottes völlig gleichgewichtig wirken, was vordem nicht so sehr der Fall war und auch nicht sein durfte zufolge des Geistes der Ordnung in Gott. Denn früher wirkte dieser dir nun bekanntgegebene siebente Geist in Gott nur insoweit mit den anderen Geistern mit, daß alle die Gedanken und Ideen Gottes zu Realitäten wurden; von nun an aber wirkt er mächtiger, und die Folge davon ist eben die vollkommene Erlösung.
>
>Und siehe nun, das sind die von dir unverstandenen sieben Geister Gottes,
>und all das Erschaffene aus den sieben Geistern Gottes
>entspricht in allem und jedem diesen sieben Geistern Gottes und birgt sie in sich.
>
>Und die ewig fortwährende Erschaffung und das ebenso fortwährende Erschaffen ist das, was die Urweisen dieser Erde die 'Kriege Jehovas' nannten.
>.
>.
>19. Kapitel
>[GEJ.07_019,01] Wie die sieben Geister oder besonderen Eigenschaften in Gott dahin gleichsam in einem fortwährenden Kampfe stehen, daß die eine stets auch die andere zur Tätigkeit herausfordert, also kannst du den gleichen Kampf mehr oder weniger auch in allen Geschöpfen Gottes ganz und gar leicht erkennen.
>Die Liebe für sich ist blind, und ihr Bestreben ist, alles an sich zu ziehen.
>Aber in diesem Bestreben entzündet sie sich, und es wird Licht und somit Verständnis und Erkenntnis in ihr.
>Siehst du nun nicht, wie das Licht gegen das vereinzelte Bestreben der puren Liebe kämpft und sie zur Ordnung und Besinnung bringt?! Aus diesem Kampf oder Krieg aber erwacht zu gleicher Zeit der Wille als der tätige Arm der Liebe und ihres Lichtes, der das, was das Licht weise geordnet hat, ins Werk setzt.
>Aber da wird aus der Erkenntnis der Liebe durch ihr Licht und durch die Kraft der beiden eben auch gleichzeitig die Ordnung hervorgerufen, und diese kämpft fort wider alles Unordentliche durch das Licht und durch den Willen der Liebe, und du hast darin wieder einen ewig beständigen Krieg Jehovas in Ihm sowie in allen Geschöpfen.
>Das wäre nun aber schon alles recht also, wenn man nur dafür gutstehen könnte, daß das, was die vier Geister noch so schön geordnet ins Werk setzten, damit schon einen Bestand hätte.
>Aber alle die noch so herrlichen Werke der ersten vier Geister gleichen noch sehr den Spielwerken der Kinder, die zwar mit großer Lust und Freude so manches ganz meisterlich geordnet ins Werk setzen, doch kurze Zeit darauf an ihrem Produkte keine Freude mehr haben und es dann noch eifriger wieder zerstören, als sie es ehedem ins Dasein gesetzt haben.
>Und wahrlich,
>Freund,
>da sähe es mit dem Bestande all des Geschaffenen
>noch sehr übel aus!
>Um aber das zu verhüten, erhebt sich aus den vier Geistern, und zwar infolge des großen Wohlgefallens an der vollendeten Gelungenheit der Werke, der Ernst als ein fünfter Geist in Gott sowie in Seinen Geschöpfen, und dieser Geist kämpft dann gleichfort wider die Zerstörung und Vernichtung der einmal hervorgebrachten Werke, gleichwie auch ein verständig ernst gewordener Mensch, der sich zum Beispiel ein Haus erbaut hat und einen Weinberg angelegt, alles auf die Erhaltung und Nutzung des Hauses und des Weinberges verwenden wird, nicht aber etwa auf die baldige Wiederzerstörung des Hauses und des Weinberges, wie ich dir solches ehedem bei den hervorgebrachten Werken der Kinder gezeigt habe.
>Und siehe, das ist – wie schon gesagt – schon wieder ein Krieg Jehovas!
>Aber das erbaute Haus zeigt mit der Zeit dennoch Mängel, und der Weinberg will noch immer nicht die erwünschte Ernte bringen, und der Erbauer fühlt Reue wegen seiner Mühe und wegen seines Ernstes in seinem Tätigkeitseifer, und er möchte darum das Werk auch gleichwohl zerstören und dafür ein ganz anderes und neues errichten; aber da tritt dann der sechste Geist solchem Ernste entgegen und heißt – wie schon gezeigt – die Geduld. Und siehe, die erhält dann das Haus und den Weinberg!
>Und das ist schon wieder ein neuer Krieg Jehovas!
>
>Nun, die Geduld für sich, wie auch mit den früheren Geistern vereint,
>würde aber weder am Hause noch am Weinberge besondere Verbesserungen vornehmen,
>sondern so hübsch alles gehen und stehen lassen;
>aber da kommt der siebente Geist,nämlich die Barmherzigkeit,
>die in sich enthält die Sanftmut,
>die Besorgtheit,
>den Fleiß,
>die Liebtätigkeit
>und Freigebigkeit.
>Und siehe, der Mensch bessert dann sein Haus so gut aus, daß dann an ihm keine Mängel von nur irgendeiner Bedeutung mehr vorhanden sind, und gräbt und düngt den Weinberg, so daß er ihm bald eine reiche Ernte abwirft!
>Und sieh nun abermals, das ist dann wieder ein Kampf oder ein Krieg Jehovas im Menschen gleichwie in Gott und im Engel!
>Und also ist das wahre, vollkommene Leben in Gott, im Engel und im Menschen gleichfort ein Kampf der dir nun gezeigten sieben Geister.
>Aber dieser Kampf ist in Gott wie im Engel kein solcher, als wäre in einem oder dem andern der sieben Geister ein Bestreben, die anderen Geister zu unterdrücken und untätig zu machen, sondern der Kampf geht ewig dahinaus, daß ein Geist den andern gleichfort nach aller seiner Kraft und Macht unterstützt und sonach ein jeder Geist in dem andern vollkommen enthalten ist. Es ist also die Liebe in allen den anderen sechs Geistern und ebenso das Licht oder die Weisheit in der Liebe und in den anderen fünf Geistern und also fort, so daß in jedem einzelnen Geiste auch alle anderen ganz vollauf wirken und stets wirkend gegenwärtig sind und sich fort und fort im schönsten Ebenmaße unterstützen.“
>Also sollte es auch im Menschen sein....
- Federchen im Garten des Franziskus ;-) Epidophekles 16.6.2004 00:02 (2)
- Re: Federchen im Garten des Franziskus ;-) Federchen 18.6.2004 10:49 (1)
- Federchen, wenn es die Umstände erlauben ... Epidophekles 19.6.2004 01:01 (0)
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