Kalenderblatt - Vorsicht vor Besserseinwollen und Überklugheit
Endzeitprophetie
Geschrieben von Neukirchener No-D am 02. November 2004 11:24:22:
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Von außen
scheint ihr vor den Menschen
fromm,
aber innen
seid ihr voller Heuchelei
und Unrecht.Mt 23, 28
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Schwer wiegen die Vorwürfe gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer. Mit unerfüllbar schweren Forderungen belasten sie das Leben und das Gewissen der anderen. Die heilige Gültigkeit der Gebote Gottes haben sie in einem Gestrüpp von Äußerlichkeiten um ihren Ernst gebracht. Und vor allem: Das eigene Leben entspricht den Forderungen nicht, die sie gegenüber anderen erheben.Schriftgelehrte, die doch im täglichen Umgang mit dem Wort dem lebendigen Gott in Gericht und Gnade begegnen müssten, haben aus dem lebendigen Wort ein Regelwerk, aus den Wegweisungen zum Leben dürre Paragrafen gemacht. Die Liebe ist in Disziplin, der Gehorsam in Moral verwandelt. - Sind die Vorwürfe gerecht?
Auch bei den Pharisäern gab es leidenschaftlichen Ernst, gab es das Bemühen, das heilige Erbe in verwirrenden Zeiten zu bewahren. Es soll bei uns nicht der Vorwurf gegenüber dem Volk Israel neue Nahrung bekommen. Nein, in der Christenheit, in unserem Leben lauern die Gefahren. Uns begegnet die Frage: Ist die Liebe erkaltet, verdorrt? Entstellt die Heuchelei das Leben? Fragen sind das, drängend, täglich neu.
Matthäus 23,13 – 28; Hoheslied 8,4 – 7
No-D.
"Die sind auch nicht besser..."
"Die, die jeden Sonntag in die Kirche laufen, sind auch nicht besser."
So habe ich es oft gehört, wenn das Gespräch in den Hausern auf den Kirchgang kam.Wenn die Menschen in dem Besuch des Pastors den stummen Vorwurf vernahmen: "Und ihr, warum kommt ihr nicht?", dann hieß es: "Die zum Gottesdienst gehen sind auch nicht besser."
Meist habe ich zu sagen versucht: Das ist auch nicht unser Anspruch. Die versammelte Gemeinde ist nicht die Schar der Anständigen; wir leben aus der unverdienten Gnade. Die Predigt ist nicht die Rede mit erhobenem moralischen Zeigefinger. Wer hier redet, weiß nur zu gut, dass wir dem hinterherhinken, was uns als wirkliches Leben verheißen ist. –
"Die sind auch nicht besser."
Ist das ein billiger Trick, sich dem Anspruch an das eigene Leben zu entziehen? Oder witterten die, die so redeten, zu Recht Scheinheiligkeit und Selbstgerechtigkeit? Hatten sie ein feines Gespür für geistlichen Hochmut und moralische Hochnäsigkeit? Witterten sie fragwürdige Exklusivität und Geringschätzung für die anderen - bei uns, im Gottesdienst, in der Gemeinde?
Die Frage bleibt offen. Und sie ist Anlass zu redlicher Selbstkritik.No-D
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