Re: Ja, Vater 2


Endzeitprophetie

Geschrieben von schorsch am 23. September 2004 11:49:54:

Als Antwort auf: Ja, Vater 2 geschrieben von P. Richard Gräf - Epi am 23. September 2004 09:28:10:

>"SEID VOLLKOMMEN,
>WIE EUER VATER IM HIMMEL
>VOLLKOMMEN IST!"

>(Mt 5, 48)
>Der Heiland hat hier ein großes Wort gesprochen. Niemals ward uns Menschen ein erhabeneres Ziel gezeigt, nie eine höhere Anforderung an uns gestellt. Wir sollen tugendhaft, heilig, vollkommen werden, nicht etwa wie St. Johannes der Täufer, der Größte unter den vom Weibe Geborenen (Mt 11, 11), auch nicht wie die allerseligste Jungfrau, die Königin aller Heiligen, sondern - wie Gott! Wer kann das fassen?
>Gott wohnt in unzugänglichem Lichte (1 Tim 6, 16). Wie will der Mensch sich zu solch schwindelnden Höhen erheben? Hier müssen menschliche Mittel und Methoden versagen, mit ihnen schlägt man keine Brücken in die Unendlichkeit. Wenn Gott uns in "seiner Vollkommenheit" sehen will, dann muß er selbst den Weg zeigen und führen. Das Ja, Vater ist nichts anderes, als sich von Gott diesen Weg führen lassen Augenblick für Augenblick, Schritt für Schritt.
>Das Ja, Vater, die Hingabe an den göttlichen Willen, muß unsere Leidenschaft, die alles umfassende Idee, der Leitgedanke unseres Lebens werden. Als große Leidenschaft die uns ganz durchglüht, keine Ruhe mehr läßt, uns über uns selbst hinaus? und ins Göttliche hineinträgt, wird sich das Ja, Vater nur dann auswirken, wenn es in den Brennpunkt unseres ich, unsere Liebe, hineingestellt wird.
>Die Liebe ist die Großmacht, die alles bewegt und beherrscht, der alles - bewußt oder unbewußt - dient. Sie bestimmt das Tun des einzelnen und kettet die Menschen aneinander; sie ist der ewige Jungbrunnen des Menschengeschlechtes und der Urgrund jeglicher Größe im Reiche der Natur und der Übernatur. Die Liebe ist es, "die beweget Sonn' und Mond und Sterne". (Dante.) Die Liebe ist die gewaltigste Fähigkeit im Menschen. Sie kann sich niemals aus sich selbst entwickeln, sie muß ein Wesen haben, von dem sie geweckt wird, auf das sie sich bezieht, an dem sie emporwächst und reift. Mit ihm steht und fällt die Liebe. Sie will sich ihm ganz anpassen, ganz und für immer eins mit ihm werden. Was wir lieben, das sind wir. Wer die Sünde liebt, wird sündhaft, ist Sünde. "Wer Gott anhängt (liebt), wird eines Geistes mit ihm" (1 Kor 6, 17). Die Liebe zieht den Menschen ganz aus seinem Ich, zieht ihn hinüber und hinein in das geliebte Du.
>Wenn ein Mensch nichts zu lieben hat, kommt das Beste, Schönste und Größte in ihm nicht zur Entwicklung. Nur in und durch die Liebe kommt er zur Vollendung. Wenn die gewaltigste Macht im Menschen nicht zur Entfaltung gelangt, muß er innerlich verkümmern. Vom Verzicht kann man nicht leben. Man kann wohl freiwillig auf irdische Liebe verzichten, damit ist aber der naturhafte Hunger und Durst nach Liebe nicht ertötet. Er lebt nach wie vor weiter im Mann wie in der Frau. Der dunkle Drang nach Liebe, der Schrei nach dem Du kann und darf nicht ertötet werden, er muß nur richtig gepflegt, in die richtige Bahn, auf das richtige Ziel hin geleitet werden. Solche, die ehelos bleiben müssen oder wollen und die dann auch im Übernatürlichen allein stehen, sind arme, unzufriedene, unerfüllte Menschen, die sich und andern ihr Leben lang zur Last fallen. Ihnen gelten die Worte der Heiligen Schrift: "Vae Soli: Weh dem Alleinstehenden!" (Prd 4, 10.) "Es ist nicht gut für den Menschen, daß er allein ist" (Gn 2, 18).
>Sollen nun alle heiraten? Nein. Es gibt Ehelose, die ehelos bleiben müssen, und es gibt Ehelose, die um des Himmelreiches willen der Ehe entsagen. "Wer es fassen kann, der fasse es" (Mt 19, 12). Verheiratet sein ist das Natürliche." Aber es bleibt dabei noch vieles leer im Menschen. Der Hunger nach Liebe kann durch Vergängliches nicht gesättigt, wenigstens nicht auf die Dauer gesättigt werden. Und jeder, der nicht ganz in Sünde verstrickt ist, wird noch darüber hinaus etwas vom "ewigen Heimweh" eines heiligen Augustinus in sich verspüren. „Alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit." (Nietzsche.)
>Die letzte Erfüllung findet kein Mensch in der natürlichen Liebe. Unsere letzte und eigentliche Vollendung, verheiratet oder unverheiratet, müssen wir in der übernatürlichen Liebe suchen. Auch im übernatürlichen Leben ist die Liebe das Größte und Höchste. "Das Größte aber ... ist die Liebe“ (1 Kor 13, 13). "Sie ist das Band der Vollkommenheit" (Kol 3, 14). Sie ist Erfüllung des ganzen Gesetzes. In dem Wechselspiel zwischen dem göttlichen Du und dem menschlichen Ich liegt des Menschen einziges Glück. Und hier ist der Unverheiratete dem Verheirateten weit voraus. "Solche (die Verheirateten) werden irdische Bedrängnis haben" (1 Kor 7, 28). "Wer verheiratet ist, der ist um weltliche Dinge besorgt . . ., so ist er geteilt" (1 Kor 7, 33). Aber die Unverheirateten können sich "ganz“ und "ungeteilt" der göttlichen Liebe hingeben. Sie werden in dieser ganzen und ungeteilten Hingabe an Gott so wachsen und vervollkommnet werden, daß bei ihnen der Verzicht auf irdische Liebe hundertmal aufgewogen wird. Nur die in der göttlichen Liebe Gereiften, die Heiligen, ergeben den Vollmenschen, den ganzen Mann, die ganze Frau.
>Gott will unsere Liebe ganz. Gibt es ein kräftiger unterstrichenes Gebot als dieses: "DU sollst deinen Gott lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus deinem ganzen Gemüt, aus allen deinen Kräften"? (Lk 10, 27.) Ex toto: aus dem Ganzen heraus, aus dem Letzten! Es fehlt uns heute die Entschlossenheit der Weltkinder, die im Erstreben ihrer Ziele rücksichtslos bis zum äußersten vorgehen. Ohne diesen Radikalismus, der aufs Ganze geht, wird nichts Ganzes gewonnen, am wenigsten im Religiösen. Eine heilige Entschiedenheit tut uns not. "Daß du doch warm wärest oder kalt! Da du aber lau bist, so will ich anfangen, dich auszuspeien aus meinem Munde" (Offb 3, 15 f). Und ein heiliger Idealismus, ein aufs höchste Ziel gerichteter Wille, ein heiliger Schwung muß uns begeistern, uns noch mehr als die andern. Wir haben das höchste, das wahre Ziel. Ohne Schwung geht es nicht. Ein Wagen, der ganz langsam dahinfährt, bleibt an jeder Unebenheit des Bodens hängen. Eilt er aber mit großer Geschwindigkeit dahin, dann wird er die kleinen Unebenheiten des Bodens spielend leicht überwinden. Verlangt der Heiland keinen heiligen Radikalismus, kein frohes Stürmen? "Ist dein Auge dir Anlaß zur Sünde, so reiß es aus und wirf es von dir! Ist deine rechte Hand dir Anlaß zur Sünde, so haue sie ab und wirf sie weg!" (Mt 5, 29 f.) Der Weg ist weit, unendlich weit; wer nicht aus dem Ganzen heraus aufs Ganze geht, bleibt für Zeit und Ewigkeit ein Halber. Wir werden im Himmel Gott umso näher sein, je näher wir ihm hier gekommen sind, und ihn nur mit der Liebe lieben, mit der wir ihn hier geliebt haben.
>Gott ist ein eifersüchtiger Gott (Ex 2o, 5). Er duldet keine fremden Götter neben sich (EX 20, 3). Der Gott Dagon, in dessen Tempel die Bundeslade gestellt wurde, stürzte zweimal von seinem Thron, bis er zerschmettert liegen blieb (1 Kg 5, 2 ff). Auch unser Ich darf nicht auf seinem Thron bleiben. Nur soweit ich mein Ich aufgebe, nur soweit wachse ich in die Liebe Gottes hinein. Wir Menschen sind endlich, beschränkt, begrenzt. Wir können aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus ganzem Gemüte, aus allen Kräften nur e i n Wesen lieben. Und das muß für uns und alle Gott sein. "Ich bin der Herr, dein Gott" (EX 20, 2).
>Es ist etwas Eigenes um die Gottesliebe. Viele klagen, daß sie Gott nicht lieben können wie einen guten Menschen. Die Liebe besteht nicht im Gefühl, sondern im Willen. Wenn wir Ja, Vater sagen, schenken wir ihm unsern Willen und somit unsere Liebe. Im Willen vollzieht sich die Vereinigung mit Gott. Das Einswerden setzt ein Gleichsein voraus. Nur das Geistige in uns, unser Wille, kann sich mit Gott verbinden. Und sobald dies geschieht, ist die Liebe erfüllt. Darum sagt auch der Heiland: "Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist's, der mich liebt" (Joh 14, 21). Wer zu allem, was Gott ihm schickt, Ja, Vater sagt, der liebt Gott aus ganzer Seele, aus allen Kräften. Und mit jedem Ja, Vater wächst und erstarkt seine Gottesliebe; denn auch im übernatürlichen sind Hingabe und Opfer Lebensbedingungen der Liebe. Hier ist der menschlichen Leidenschaft weiteste Auswirkungsmöglichkeit geboten. Soviele Ja, Vater aus dem tiefen Grunde der Seele aufsteigen, soviele Akte wirklicher, echter Gottesliebe setzen wir. "Was hab' ich denn im Himmel? Bin ich bei dir: Nichts freut mich mehr auf Erden. Es mögen Fleisch und Herz sich mir verzehren, so bleibt doch Gott noch meines Herzens Hort, mein Erbteil immerdar" (Ps 72, 25 f).
>"Wer Gott liebt, wird eines Geistes mit ihm" (1 Kor 6, 17). Wer zum Willen und Walten Gottes, zu all seinen Schickungen Ja, Vater sagt, liebt Gott. Das Ja, Vater ist also Vereinigung mit Gott. Vereinigung setzt Ähnlichkeit voraus und schafft Verähnlichung. Je öfter wir das Ja, Vater aus ganzer Seele sprechen umso ähnlicher werden wir Gott, und wenn wir ganz und allzeit in seinem Willen aufgehen, werden wir vollkommen sein, wie unser Vater im Himmel vollkommen ist.
>

werde zur Liebe das ist alles


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